ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Einleitung Teil V.

Methodisches Arbeiten in der Offenen Arbeit mit Kindern

In den ersten vier Teilen dieses Buches haben wir viele Informationen und Vorschläge zusammengestellt, die für die Offene Arbeit mit Kindern relevant sind. Was sollen die Fachkräfte nun mit all diesem Wissen anfangen? Alles scheint "irgendwie" wichtig, jede/r LeserIn wird sich bei der Lektüre an einer anderen Stelle in ihrer/seiner Sichtweise bestätigt fühlen oder verständnislos mit dem Kopf schütteln. Was soll man mit so vielen Informationen anfangen? Wie können Einsichten in Handeln umgesetzt und in den pädagogischen Alltag integriert werden? In der Praxis verwenden Fachkräfte Fragmente aus ganz unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungszusammenhängen. Diese "passen" aus der Sicht von BeobachterInnen nicht immer zusammen, haben jedoch für die sie selbst eine besondere Bedeutung.

Methodisches Arbeiten kann den PädagogInnen helfen, ihre "subjektive Auswahl" von Erklärungswissen, Konzepten und Arbeitsprinzipien mit der subjektiven Sichtweise ihrer KollegInnen abzustimmen. Sie sollten ihr Handeln stärker an Problemen und Situationen ausrichten und sich die Theorien und Handlungsregeln bewußt machen, denen sie im Alltag oft unreflektiert folgen. Sie sollten sich vergewissern, ob sie den Kindern und den konzeptionellen Zielen ihrer Arbeit sowie auch ihren eigenen Wertvorstellungen gerecht werden. Auf dieser Grundlage können sie ihre Handlungen begründen, rechtfertigen und bilanzieren. "Methodisch" kann man das Handeln nennen, das transparent und intersubjektiv überprüfbar gemacht wird (v.Spiegel 1993. 136).

In folgenden stellen wir einige Arbeitshilfen zum methodischen Arbeiten in der Offenen Arbeit mit Kindern zusammen. Wir beginnen mit Empfehlungen zur Konzeptionsentwicklung (Kapitel 19). Eine Konzeption enthält (wenn sie ernsthaft betrieben wird, und nicht nur Legitimationszwecken dienen soll) wesentliche Handlungsleitlinien für alle KollegInnen. Sie liefert darüber hinaus sowohl eine Grundlage für Bedarfsüberlegungen im Zusammenhang der Jugendhilfeplanung (Kapitel 16) als auch für die Bewertung der geleisteten Arbeit (Selbstevaluation, Kapitel 22). Die Konzeption bildet sozusagen den Kristallisatonspunkt, in dem viele der Informationen aus den vorangegangenen Teilen des Buches begründet zusammengeführt werden können. Sie vermittelt ausgewählte Konzepte (Teil III.) mit den Rahmenbedingungen der Offenen Arbeit mit Kindern (Teil II.) sowie auch dem Hintergrundwissen über gesellschaftliche Verhältnisse, in denen Kinder aufwachsen (Teil I.) und ihren subjektiv geäußerten Bedürfnissen und Verarbeitungsweisen (Kapitel 20).

Weil die subjektiven Bedürfnisse von Kindern in der Arbeit eine wesentliche Rolle spielen und nicht - wie viele andere Einflußfaktoren "theoretisch" zusammengestellt werden können, stellen wir im Kapitel 20 eine Reihe von Methoden der Lebensweltanalyse vor. Sie sollen helfen, Spekulationen darüber, wie es Kindern heute "geht" in Wissen über die konkreten Lebenswelten der Kinder, mit denen die Fachkräfte täglich zusammen sind, zu verwandeln. PädagogInnen brauchen dieses Wissen für die Erstellung von Konzeptionen (Kapitel 19) und für die Jugendhilfeplanung (Kapitel 16). Sie brauchen es nicht zuletzt auch für ihr methodisches Handeln und die Evaluation ihrer Arbeit (Kapitel 21 und 22). In diesen beiden Kapiteln präsentieren wir kein ausgefeiltes didaktisches Modell, wie es zu Ausbildungszwecken immer wieder propagiert wird. Es gibt aber einige zentrale Tätigkeiten, die im pädagogischen Alltag immer wieder vorkommen, und die man durchaus systematisch durchdenken sollte.

 

Hiltrud von Spiegel: Offene Arbeit mit Kindern - (k)ein Kinderspiel

 

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