ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Einleitung Teil IV.

Offene Arbeit mit Kindern, Verwaltung und Politik

● Offene Arbeit mit Kindern zu betreiben, heißt nicht nur, sich mit der Zielgruppe und deren Lebenswelt zu befassen. Die politische und damit auch finanzielle Absicherung der pädagogischen Arbeit erfordert immer mehr Planung, Legitimation und auch Einmischung in allgemeine politische Diskussionen und Entscheidungsprozesse. Wir beleuchten in diesem Teil des Buches drei Perspektiven politischer Arbeit:

● PädagogInnen sollen sich an der Jugendhilfeplanung beteiligen, die nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz eine Pflichtaufgabe aller öffentlichen Träger der Jugendhilfe ist (§ 80 KJHG). Angesichts der restriktiven Finanzpolitik der Kommunen und Landkreise wird diese Planungstätigkeit derzeit für freie Träger der Offenen Arbeit mit Kindern geradezu überlebensnotwendig, denn es ist offensichtlich rechtswidrig, wenn ein öffentlicher Träger eine Einrichtung schließt, ohne zuvor eine Jugendhilfeplanung durchgeführt zu haben (vergleiche dazu das Rechtsgutachten von Redeker 1994). Im folgenden (Kapitel 16) zeigen wir daher auf, wie eine Jugendhilfeplanung idealerweise ablaufen sollte und auf welche Weise Fachkräfte der Offenen Arbeit mit Kindern darauf Einfluß nehmen können. Dabei wollen wir auch vermitteln, daß die Jugendhilfeplanung einen Anlaß zum methodischen Arbeiten bieten kann.

● Eine zweite Perspektive "politischer Pädagogik" konkretisiert sich unter dem Thema: Politische Interessenvertretung für Kinder und mit Kindern. Sie wird im Kapitel 17 dargestellt: Allerorten experimentieren zur Zeit Fachkräfte in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit und Jugendämtern mit Beteiligungsformen an politischen Entscheidungsprozessen und der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die Kommunalpolitik. Dieser Trend wird durch das KJHG (Beteiligung, Wunsch- und Wahlrecht von Kindern und Jugendlichen, vergleiche Kapitel 9) sowie durch die Fachdiskussion getragen (vergleiche etwa die sozialräumlich orientierten Konzepte im Kapitel 15).

● Etwas in Vergessenheit geraten ist die Einsicht, daß die Fachkräfte nicht nur eine Lobby für Kinder bilden sollen, sondern auch für sich selber sorgen müssen; der Organisationsgrad in den "sozialen" Berufen ist ausgesprochen gering. Es gibt aber viele Argumente für ein Engagement auf gewerkschaftlicher und/oder auf fachpolitischer Ebene. Eine Zusammenstellung verschiedener Interessenvertretungen nehmen wir im Kapitel 18 vor.

 

Hiltrud von Spiegel: Offene Arbeit mit Kindern - (k)ein Kinderspiel

 

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