ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Nachbemerkung Teil III (Konzepte)

Folgerungen für die pädagogische Praxis

So viel zu einigen Konzepten oder auch Modellen, die PädagogInnen zur Unterstützung ihrer Arbeit heranziehen können. Wie beim Lesen deutlich geworden sein dürfte, eignen sie sich nicht alle gleich gut für die pädagogische Arbeit mit Kindern. Beispielsweise sind viele der Inhalte der femistischen Mädchenarbeit eher für ältere Kinder, also für Mädchen in und nach der Pubertät entwickelt worden. Sie haben aber hier Aufnahme gefunden, weil die Arbeitsprinzipien geschlechtsspezifischer Arbeit generell auch schon bei der Arbeit mit Jüngeren mitgedacht werden können.

Folgendes sollten PädagogInnen beim Rückgriff auf Konzepte oder Modelle wissen:

● Konzepte sind fast immer im theoretischen Zusammenhang und meist aus der Analyse eines gesellschaftlichen Problems (Unterdrückung von Frauen, Umweltzerstörung, Rechtsradikalismus) entwickelt worden und bringen, wie eingangs beschrieben, Werte, Ziele, Inhalte und Arbeitsformen in einen sinnhaften Zusammenhang. Sie können für sich allein keine Handlungsanleitung für die praktische Arbeit abgeben, weil sie nicht auf einen konkreten Arbeitszusammenhang und die entsprechenden Rahmenbedingungen bezogen sind.

● Modelle sind dagegen meist in der Praxis entstanden. Ein Team hat experimentiert, neue Arbeitsformen entwickelt und diese mit Erfahrungen und Theorien angereichert (vergleiche etwa die Arbeiten der Pädagogischen Aktion e.V.., München). Sie sind durchaus praxisnäher, wobei jedoch auch hier keine umstandslose Übertragung stattfinden kann, weil die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen, unter denen die Modelle entstehen, oft üppiger sind als eine durchschnittliche Einrichtung sie bieten kann. Darüber hinaus müssen PädagogInnen in allen Fällen eine Analyse ihrer Zielgruppe vornehmen, denn das beste Modell ist sinnlos, wenn die AdressatInnen es nicht annehmen können.

● PädagogInnen sollten also ihre Konzepte und Modelle als Anregungen für die Erarbeitung einer Konzeption verstehen. Sie müssen diese mit einer Bestandsaufnahme bezüglich der eigenen Einrichtung, mit einer Bedarfsfeststellung, der Zielentwicklung und der Planung geeigneter Handlungschritte koppeln (vergleiche ausführlich dazu Teil V. dieses Buches, besonders die Kapitel 19 und 21).

 

Hiltrud von Spiegel: Offene Arbeit mit Kindern - (k)ein Kinderspiel

 

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