ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Einleitung Teil III

Konzepte Offener Arbeit mit Kindern

Im dritten Teil dieses Buches stellen wir aktuelle Konzepte pädagogischer Arbeit vor, die für die Offene Arbeit mit Kindern von Belang sind. Konzepte sind Handlungspläne, die aus einer Analyse gesellschaftlicher und sozialer Situationen, Probleme oder Anforderungen entwickelt wurden und Vorschläge zu ihrer Bearbeitung enthalten. Es gibt arbeitsfeldspezifische und arbeitsfeldunabhängige Konzepte: Ulrich Deinet hat beispielsweise sein Aneignungskonzept speziell für die pädagogische Arbeit mit älteren Kindern beziehungsweise jüngeren Jugendlichen entwickelt; dagegen ist das Konzept der Umweltpädagogik (Hildegard Schumacher-Grub) ein generationen- und arbeitsfeldübergreifendes. Konzepte stellen einen Zusammenhang von Werten, Zielen, Inhalten und methodischen Vorgehensweisen her. Folglich sollen PädagogInnen diese auch als „Paket“, also im sinnhaft begründeten Zusammenhang einsetzen (Geißler, Hege 1991). Die theoretische Orientierung und das dem Konzept innewohnende Menschenbild legen auch die Definition eventueller Probleme und die Anwendung bestimmter methodischer Schritte nahe. Es macht beispielsweise einen Unterschied, ob man (mit Heitmeyer 1987) sogenannte rechtsextremistische Tendenzen von jüngeren Jugendlichen als Reaktion auf Erfahrungen von Ohnmacht, sozialer Isolation und Handlungsunsicherheiten beurteilt - und die „kids“ somit als Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse betrachtet oder ob man (mit Holzkamp und Rommelspacher 1991) dieselben Tendenzen als Strategie der Behauptung von Dominanz im Umgang mit Andersartigem versteht - und dadurch die Täter- und Mittäterschaft der Jungen problematisiert (vergleiche dazu die nachfolgenden Ausführungen Benedikt Sturzenheckers).

Die hier zusammengestellten Konzepte sind das Ergebnis einer subjektiven Auswahl; wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ein Auswahlkriterium war, ob und inwieweit die Konzepte, die meist für die Offene Jugendarbeit entwickelt wurden, eine Bedeutung für die Offene Arbeit mit Kindern gewinnen können. Zwei der Konzepte haben wir in Auswertung relevanter Literatur selbst beschrieben (Ökologie des Spielens und Lernens, femistische Mädchenarbeit); für die Darstellung der übrigen konnten wir Fachleute gewinnen, die sich im jeweiligen Themenbereich gut auskennen. Wir haben die VerfasserInnen gebeten, bei der Darstellung der Konzepte folgende Gliederungspunkte zu berücksichtigen: Dem Konzept jeweils zugrundeliegende Werte, Ziele, Arbeitsprinzipien, (wissenschaftliches) Erklärungswissen, Inhalte und Arbeitsformen, Anforderungen an die Handlungskompetenz der PädagogInnen sowie Empfehlungen zur vertiefenden Lektüre. Abweichungen von dieser vorgegebenen Gliederung sind dem persönlichen Stil der Fachleute geschuldet. Darüber hinaus weisen wir vorsorglich darauf hin, dass die Vorlieben der VerfasserInnen für besondere Variationen innerhalb der hier vorgestellten Konzepte (etwa eine systemisch orientierte Auslegung der Umweltpädagogik oder die kritische Sichtweise der „antisexistischen“ Jungenarbeit nach dem Konzept der Heimvolkshochschule Frille) in die Darstellungen eingeflossen sind. Wir wollen in diesem Kapitel Anregungen geben, Konzepte in die pädagogische Arbeit einzubeziehen, ohne dass wir den Anspruch hätten, ein vollständiges Kompendium zusammenzustellen.

 

Hiltrud von Spiegel: Offene Arbeit mit Kindern - (k)ein Kinderspiel

 

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