ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Konzeptionelle Arbeit

Fast jede Einrichtung verfügt über eine Konzeption. Sie ist meist bei ihrer Gründung entstanden, und diente als Vorlage zum Antrag auf Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe (vergleiche Kapitel 8). Dann wurde sie in irgendeinem Ordner abgeheftet und spielt im Tagesablauf der Fachkräfte keine Rolle mehr. Manche Einrichtungen schreiben auch Konzeptionen, um ihre Arbeit nach außen zu legitimieren. Die PädagogInnen beschreiben für diesen Zweck mehr oder weniger detailreich, was in der Einrichtung getan wird, ohne daß Bezüge zwischen Zielen und Handeln oder zwischen den Ressourcen und den Leistungen hergestellt werden (vergleiche etwa Deibel u.a. 1982).  

Es ist erstaunlich, wie viele Fachkräfte in der Praxis ohne eine Konzeption auskommen. An anderer Stelle haben wir schon beschrieben, daß viele PädagogInnen ihre Ziele gerne als "Privatsache" behandeln (vergleiche Kapitel 5). Oft nehmen sie auch an, daß in ihrem Team (ausgesprochen oder unausgesprochen) ein Konsens über Ziele und Handeln besteht (sonst würden sie schließlich nicht zusammen arbeiten). Das geht so lange gut, wie sie nicht genau hinschauen, was ihre KollegInnen tun und solange sie nicht gefragt werden, worin die Ergebnisse ihrer Arbeit bestehen. Auch in der Fachliteratur wird das Thema bisher sehr vernachlässigt. Christoph Gilles schreibt: "Die geringe Anzahl der konzeptionellen Überlegungen zum Thema (Konzeption, v.Sp.) ... steht in einem krassen Mißverhältnis zu Ausmaß und Bedeutung Offener Kinderarbeit" (1992, 438); Abhilfe soll der in Planung befindliche Sammelband zur Konzeptionsentwicklung in der Jugendarbeit schaffen, den Deinet und Sturzenhecker (voraussichtlich 1995) herausgeben.

PädagogInnen brauchen Leitlinien für ihr pädagogisches Handeln, die auf die konkreten Bedingungen ihrer Einrichtung zugeschnitten sind. Diese Leitlinien sollten auf einem (Minimal-) Konsens aller Parteien (also Träger, Fachkräfte, Kinder, "Öffentlichkeit" und anderer) beruhen, die in irgendeiner Form auf die pädagogische Arbeit einwirken. Es muß eine Verständigung darüber geben, welchen Zielgruppen welche Leistungen mit welchen Zielen, welchen Arbeitsformen und welchem gewünschten Ergebnis angeboten werden sollen. Eine Konzeption sollte auch Aussagen darüber treffen, wie und mit welchen Aufgaben welche Organisationseinheiten (Fachkräfte, Verwaltung, Hilfskräfte) zusammenarbeiten. Sie ist ein gedankliches Grundgerüst, mit dem die strukturellen Elemente, die für eine methodische pädagogische Arbeit unabdingbar sind, nachvollziehbar zusammengebracht werden. In der Endfassung ist sie eine Beschreibung der Arbeit in der Einrichtung und sie beantwortet die Fragen der KollegInnen und auch Außenstehender nach der Theorie hinter der Arbeit mit den Kindern (Walther 1985).

Eine Konzeption legt trotzdem nicht das konkrete Handeln fest, denn dieses ist von vielen situativen Einflüssen abhängig, die nicht im voraus bestimmt werden können. Die PädagogInnen beziehen jedoch aus ihr (sofern sie sich mit ihr identifizieren) Handlungsleitlinien für ihr Verhalten in einzelnen Situationen. Darüber hinaus ermöglichen es ihnen diese Leitlinien, einen Zusammenhang zwischen diesen einzelnen Situationen herzustellen und somit zielgerichtet zu arbeiten.

Mit diesem Kapitel werben wir dafür, daß Teams eine gemeinsame und verbindliche Konzeption schreiben, die sie auch zur Grundlage der praktischen Arbeit machen können (vergleiche dazu besonders den Abschnitt b) im Kapitel 20). Eine Konzeption kann folgenden Zwecken dienen:

● Sie fördert die Auseinandersetzung unter KollegInnen über ihre persönlichen und fachlichen Ziele und Absprachen darüber, wer was tun soll und wie die Arbeit ausgestaltet werden sollte.  

● Sie verpflichtet die Mitglieder eines Teams auf gemeinsame Arbeitsprinzipien und vermittelt Handlungsleitlinien im pädagogischen Alltag.

● Sie liefert die wesentlichen Qualitätskriterien für eine Selbstevaluation der Arbeit.

● Sie kann zur Darstellung der Arbeit der Einrichtung gegenüber der Politik, der Verwaltung und auch den Eltern dienen.

● Sie ist die Grundlage zur Teilnahme an Prozessen der Jugendhilfeplanung, wo Zusammenhänge zwischen den Konzeptionen und den Leistungen der einzelnen Einrichtungen und dem Gesamtbedarf eines Planungsraumes hergestellt werden

Für die Erarbeitung einer Konzeption sind im Prinzip die gleichen Schritte notwendig, wie sie auch für die Jugendhilfeplanung vorgesehen sind, nämlich Bestandserhebung, Bedarfsermittlung, Zielentwicklung, Maßnahmenplanung und Evaluation:

● Bestehende Einrichtungen müssen von Zeit zu Zeit ihre Konzeption an einen sich ändernden Bedarf anpassen. Zur Erfassung ihrer Ausgangssituation müssen die PädagogInnen daher den Bestand erheben, also registrieren, welche Arbeit sie zur Zeit leisten und über welche Ressourcen sie verfügen.

Bedarfsermittlung heißt, die Bedürfnisse der potentiellen Zielgruppe, also der Kinder möglichst genau zu erfassen (vergleiche Kapitel 20). Wenn sie die Bedürfnisse in einen fachlich und politisch anerkannten Bedarf überführen wollen (vergleiche Kapitel 16), müssen sie eine Prioritätenliste erstellen und überlegen, wie sie ihre Prioritäten konzeptionell und im weiteren auch real umsetzen.

● Die Entwicklung von Zielen begleitet den gesamten Prozeß der konzeptionellen Arbeit. Die PädagogInnen sollen sich auf Ziele für ihre Arbeit einigen, die sowohl fachlich begründet sind als auch die Bedürfnisse und Interessen aller Beteiligten integrieren.

Maßnahmenplanung heißt, Bestand, Bedarf und Ziele in einen nachvollziehbaren Zusammenhang zu bringen. Die PädagogInnen müssen Aufgaben beschreiben, Verantwortlichkeiten festlegen und ihre Planung mit einem zeitlichen Rahmen versehen.

● Eine Evaluation gehört im Grunde schon zur Voraussetzung der konzeptionellen Arbeit, weil mit der Bestandsaufnahme auch schon eine erste Bewertung des Bestandes vorgenommen wird (Welche unserer Leistungen bewerten wir als gut -welche als weniger gut?); systematisch kommt sie erst als Element methodischen Arbeitens im weiteren Umsetzungsprozeß der Maßnahmen zum Tragen.

Wie kann der Arbeitsprozeß nun sinnvoll gestaltet werden? Wir schlagen vor, zunächst einmal alle Informationen, die für die Erstellung eine Konzeption wichtig sind, übersichtlich zusammenzustellen. Eine methodische Möglichkeit bietet eine große Wandzeitung, die als Diagramm gestaltet ist und im Büro aufgehängt wird: In der Vertikalen werden alle strukturellen Elemente eingetragen, die die Arbeit in der Einrichtung bestimmen. Es sind: Institution, Umfeld, Zielgruppe, Ziele, Leistungen, Ressourcen und Personal. Die Spalten in der Horizontale werden mit den Planungsschritten: Bestandserhebung, Bedarfsanalyse, Zielentwicklung und Maßnahmenplanung überschrieben. Die so entstehenden Kästen im Diagramm sollten dann gemeinsam ausgefüllt werden. Die Spalte zur Bestandserhebung erfordert einige Vorarbeit, die die Teammitglieder unter sich aufteilen sollten. Sie müssen Informationen über die institutionellen Rahmenbedingungen einholen, rechtliche und Verwaltungsvorgaben prüfen, das Umfeld iher Einrichtung unter die Lupe nehmen, sich die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen vergegenwärtigen, und ihre personellen und materiellen Ressourcen einschätzen. Wenn die Spalte zur Bestandserhebung ausgefüllt ist, sollte sich das gesamte Team eine Klausurtagung gönnen und die Informationen schrittweise in ihrer Bedeutung einschätzen und zu konzeptionellen Aussagen verdichten. Die Diskussionsergebnisse müssen gut dokumentiert werden. Sie ergeben nämlich die Grundlage für die Verschriftlichung der Konzeption.

Wir stellen im folgenden unseren Vorschlag für das Diagramm mit stichwortartig formulierten Anregungen und Fragen vor, die die Diskussion über die strukturellen Elemente anleiten können. Die Fragenliste ist unvollständig und soll je nach Schwerpunkt und Anliegen des Teams ergänzt werden. Wie sich zeigen wird, kann man die Felder nicht der Reihenfolge nach bearbeiten, sondern muß zwischen den Feldern hin und her springen. Für die Anwort in der einen Spalte braucht man erst Informationen aus der anderen; ein Vorschlag oder eine Idee ziehen jeweils andere nach sich.

 

BestandBedarf
InstitutionCharakterisierung der Einrichtung: Geschichte, Organisationsform (Träger, Hierarchie), Zweck (Aufgaben und rechtliche Grundlagen), “Organisationsphilosophie”, Vorgaben und Vorstellungen des Trägers zur Ausgestaltung der ArbeitEntsprechen Organisationsform und –philosophie, die konzeptionell festgelegten Aufgaben und Vorstellungen des Trägers dem Bedarf aus der Analyse des Umgfeldes und den Zielen der Beteiligten? Was muß geändert werden?
UmfeldBeschreibung des Wohnumfeldes (Chancen, Gefährdungen, Probleme, Konflikte), Lage und Einzugsgebiet der Einrichtung, Verkehrslage, benachbarte Einrichtungen der Jugendhilfe, Schulen, kommerzielle Angebote für Kinder und Bezug zur EinrichtungWelche Handlungsbdürfnisse sind aus der Analyse des Umfeldes abzuleiten? Welche wollen die PädagogInnen aufgreifen? Welche wollen sie an das Jugendamt oder andere Einrichtungen weitervermitteln? Wo wollen sie mit anderen zusammenarbeiten?
ZielgruppeAnalyse der Lebenswelt der Zielgruppe (vergleiche die Ortsteilprofile, Kap. 16), Bedürfnisse der Kinder (Kap. 20); Defizite und Benefite der tatsächlichen und potentiellen ZielgruppenWelcher Bedarf ist aus der Analyse der Lebenswelt und den Bedürfnissen, Interessen der Zielgruppen abzuleiten? Welche wollen die PädagogInnen aufgreifen, welche weiterleiten?
ZieleSammlung der Erwartungen aller Beteiligten: Kinder, Eltern, Vorgesetzte, Nachbarn, KollegInnenWelcher Bedarf ist aus der Analyse abzuleiten?
LeistungenWelche Angebote gibt es in der Einrichtung zur Zeit? Wie werden sie genutzt? Wie arbeiten die PädagogInnen mit anderen Einrichtungen und der Verwaltung zusammen?Nötige Angebote und Kooperationsformen aufgrund des ermittelten Bedrafs aus der Analyse des Umfeldes, der Zielgruppe und der Ziele der anderen Beteiligten
RessourcenBestandsaufnahme: Architektur, Raumangebot, Ausstattung, Finananzierung, Ablauforganisation (Dienstwege, Vorschriften)Beurteilung des Bestandes unter Berücksichtigung des Bedarfs. Wo sind Veränderungen notwendig?
PersonalAnzahl der derzeitigen MitarbeiterInnen, ihre Qualifikation und zeitliche Perspektive. Besondere Fähigkeiten, besondere Arbeitsstile, Aufgabenverteilung (Arbeitsplatzbeschreibungen, Verantwortungsbereiche, Formen der Zusammenarbeit (Teambesprechungen, Entsacheidungswege)Welches Personal mit welchen Kompetenzen wird gebraucht, um den Bedarf umzusetzen? Wie muß die Arbeit verteilt werden? Wer muß für was verantwortlich sein? Wer muß mit wem (innerhalb und außerhalb der Einrichtung) zusammenarbeiten?

 

 

ZielentwicklungMaßnahmenplanung
Institition

Welche Ziele sind aus der Bedarfsbestimmung für die Umgestaltung der Einrichtung abzuleiten? Wie soll sich die Aufgabenbeschreibung, die Organisationsphilosophie, die Trägerkonstruktion, die Hierarchie ändern? Was davon ist selbst-initiierbar?

Betimmung der Maßnahmen, die Priorität haben sollen. Was soll mit welchem Ergebnis geändert werden? Organisations- und Zeitplan, Festlegung von Verantwortlichkeiten und Evaluationsfragen
Umfeld

Mit welchen Zielen soll der analysierte Handlungsbedarf kombiniert werden? Lang- und kurzfristige Ziele; welche davon sind selbst-initiierbar? Welches Ergebnis ist bei der Realisierung der Ziele denkbar?

Welche Veränderungen können die PädagogInnen der Einrichtung mit ihren Mitteln überhaupt realisieren? Welche sollen Priorität haben? Zeit- und Organisationsplan, Verantwortlichkeiten, Evaluationsfragen

ZielgruppeWelche Ziele sind für die Arbeit mit den möglichen Zielgruppen angemessen? Lang- und kurzfristige, selbst-initiierbare? Denkbare Ergebnisse?

Auswahl der tatsächlichen Zielgruppen unter Berücksichtigung des Profils der Einrichtung (Schwerpunkte, Mittel, Personal). Wie die Zielgruppe ansprechen?

ZieleWelche der Ziele wollen die PädagogInnen berücksichtigen mit welchen Anteilen - welche halten sie außerdem für wichtig? Denkbare Ergebnisse?Festlegung der Ziele, die tatsächlich in die Konzeption einbezogen werden sollen. Konkretisierung der Ziele in Arbeitsprinzipien und Handlungsregeln
LeistungenMit welchen Zielen sollen die einzelnen Angebote für die Zielgruppen in Beziehung gesetzt werden? Wünschbare Ergebnisse?

Welche Angebote sollen vorrangig zum Tragen kommen? Abstimmung mit den Ressourcen der Einrichtung und den Kompetenzen der
KollegInnen

RessourcenMit welchen Zielen wollen die MitarbeiterInnen an Träger, Jugendamt oder Jugendhilfeausschuß herantreten, um ihre Ressourcen zu verbessern? Denkbares Ergebnis?

Was soll angeschafft
und/oder organisatorisch
verändert werden? Aktionsplan, Verantwortlichkeiten

Personal

Wie kann das Personal so eingesetzt werden, daß es seine Fähigkeiten optimal umsetzen kann? Welche Formen der
"Mitarbeiterpflege"(Zusammenarbeit, Fortbildung, Supervision) sind denkbar? Wohin soll sich das Team entwickeln? Wie soll die Zusammenarbeit mit anderen gestaltet werden?

Planung konkreter Vorgaben: Konzeptionstagung, Belohnungssystem, Arbeitsplatzbeschreibung, Kompetenzprofile der MitarbeiterInnen,
Mitbstimmungsmöglichkeiten. Wer ist für welche Außenkontakte verantwortlich? Zeit- und Organisationsplan, Reflexion über die Realisierung der Pläne

 

Wenn die Fragen des Diagramms erschöpfend behandelt sind, haben die Fachkräfte im Idealfall eine gute Grundlage für ihre Konzeption. Wahrscheinlich gibt es ein seitenlanges Protokoll, dessen Lektüre man natürlich niemandem zumuten kann. Das bedeutet, daß die wesentlichen Aussagen nun in eine sinnvolle Ordnung gebracht werden müssen. Die Gliederung, Umfang und Layout des Berichtes müssen mit Blick auf die "Zielgruppe" der Konzeption festgelegt werden:

● Die Konzeption für den "Hausgebrauch und die fachlich interessierten KollegInnen und Vorgesetzten sollte ausführlich sein und die Präferenz für bestimmte Zielgruppen, fachliche Schwerpunkte und geplante Maßnahmen ausführlich begründen. Eine Systematik der Darstellung findet man in der Arbeitshilfe, die Klaus Loersch und Norbert Hubweber (1987) für die Offene Kinder- und Jugendarbeit in katholischen Einrichtungen zusammengestellt haben, andere im Sammelband "Konzepte entwickeln", den Deinet und Sturzenhecker (1996) herausgeben.

● Ist die Konzeption als Selbstdarstellung der Einrichtung für neue BesucherInnengruppen und ihre Eltern gedacht, sollten die Informationen sehr kurz und präzise sein. Auch PolitikerInnen wünschen im übrigen übersichtliche, aber eben nicht simplifizierende Informationen. Ein Beispiel bietet die Konzeption des "Treffpunkt Mikado" der Stadt Nürnberg (1992, vergleiche den Bezugshinweis auf der nächsten Seite). Sie besteht aus sechs Gliederungspunkten, nämlich: 1. Vorbemerkung (Vorstellung des Teams); 2. Ein "Dach" für Mikado (Stichworte zur "Organisationsphilosophie"); 3. Was will Mikado - unsere Ziele; 4. Für wen ist Mikado - unsere Zielgruppen; 5. Wie arbeitet Mikado - Strategien und Methoden; 6. Was passiert im Mikado - Maßnahmenplan und Programm. Das Heft ist aufwendig gestaltet, mit einem "professionellen" Layout versehen (mit finanzieller Hilfe durch SponsorInnen) und enthält auf der rückwärtigen Innenseite eine Tasche, in die das jeweils aktuelle Programm eingeschoben werden kann.

Eine Konzeption muß darüber hinaus regelmäßig fortgeschrieben werden. Jedes Jahr sollte überprüft werden, ob das Team noch im Sinne seiner Konzeption arbeitet, wieweit es sich seinen Zielen angenähert hat, welche Ziele verändert werden sollten und warum (vergleiche Kapitel 22). Eine Möglichkeit, die Ergebnisse dieser Überprüfung zusammenzustellen, sind Jahresberichte. Wenn ein Bericht mehr als nur ein dürres, nichtssagendes Zahlenwerk ist, kann er vielen Zwecken dienen:

● Er ist ein Tätigkeitsnachweis für den Träger.

● Er wird dem Jugendamt, eventuell dem Landesjugendamt und anderen Institutionen zugestellt, die die pädagogische Arbeit finanziell fördern.

● Er geht unter bestimmten Umständen an die Presse als Information für die Öffentlichkeitsarbeit.

● Er kann eine Grundlage für die Evaluation der pädagogischen Arbeit sein.

● Er dient dem zuständigen Jugendamt für die Fortschreibung der Jugendhilfeplanung.

Wenn die Fachkräfte also über die einmalige Erstellung einer Konzeption hinaus weiterhin methodisch arbeiten wollen, brauchen sie ein durchdachtes "Berichtswesen", also eine möglichst standardisierte Form der Dokumentation ihrer täglichen Arbeit. Diese Aufzeichnungen bilden dann wiederum die Grundlage für die Bewertung der geleisteten Arbeit während des laufenden Jahres (vergleiche dazu Kapitel 22).


Weiterführende Literatur

Für die Schritte der Konzeptionsentwicklung sind manchmal auch strukturierte Arbeitshilfen methodischen Arbeitens brauchbar, die in anderen Zusammenhängen entwickelt wurden. Zur Bestandsaufnahme eignet sich der Vorschlag zur  "Analyse der Arbeitsaufträge" von

● Spiegel von, Hiltrud: Arbeitshilfen für das methodische Handeln. In: Heiner, Maja u.a.: Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. Freiburg i.Brsg. 1994, S. 222 ff.

oder auch der "gegliederte Fragebogen zur gesamtdidaktischen Analyse" von

● Martin, Ernst: Didaktik der sozialpädagogischen Arbeit. Weinheim und München 1989, 67 ff.


Zur Bedarfsermittlung  findet man gute Hilfen in:

● Jordan, Erwin; Schone, Reinhard: Jugendhilfeplanung - aber wie? Eine Arbeitshilfe für die Praxis. Münster 1992; S. 95; vergleiche auch die Hinweise zur Bewertung und Prioritätensetzung, S. 106 ff.


Viele Arbeitshilfen und Regeln zur Zielentwicklung entwickelten

● Heiner, Maja: Reflexion und Evaluation methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit. Basisregeln, Arbeitshilfen und Fallbeispiele. In: Heiner, Maja u.a.: Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. Freiburg i.Brsg. 1994, S. 102 ff.

● Meinhold, Marianne: Ein Rahmenmodell zum methodischen Handeln. In: Heiner, Maja u.a.: Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit. Freiburg i.Brsg. 1994, S. 184 ff.


Einen Katalog zur Maßnahmenplanung, der auch Ideen für eine konzetionelle Planung liefern kann, findet man in einem Konzept zur Organisationsentwicklung von

● Lindner, Traugott; Vater, Gudrun: Organisationsentwicklung durch integrative Entscheidungen (Modell einer dreitätigen Kurzberatung). In: Gruppendynamik. Heft 2, 1986, S. 147 - 157


Vorschläge für die Gliederung einer Konzeption findet man bei:

● Loersch, Klaus; Hubweber, Norbert: Arbeitshilfe zur Konzipierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in katholischen Einrichtungen (vorgestellt und ergänzt auf der Heimleiter-Konferenz der Katholischen LAG vom 20.10.1986 in Essen-Kettwig). Bezug: Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Heim der Offenen Tür Nordrhein-Westfalen, Marzellenstr. 32, 50668 Köln (lange Fassung)

● Konzept für den Treffpunkt Mikado, 1992 (Röthenbach/Schweinau). Bezug: Jugendamt der Stadt Nürnberg, Wörnitzstr. 115, 90449 Nürnberg 60 (kurze Fassung)


Konzeptbausteine werden zusammengetragen im demnächst erscheinenden Buch von

● Deinet, Ulrich; Sturzenhecker, Benedikt (Hrsg.): Konzepte entwickeln. Wie kann man die eigene Arbeit zukunftsfähig machen? München und Weinheim 1996


Darüber hinaus beraten alle Fachverbände für die Offene Arbeit mit Kindern ihre Mitglieder bei der Erstellung von Konzeptionen (Adressen im Kapitel 8). Eine Rahmenkonzeption für pädagogisch betreute Spielplätze ist erhältlich beim

● Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V. Haldenwies 14, 70567 Stuttgart.

 

Hiltrud von Spiegel: Offene Arbeit mit Kindern - (k)ein Kinderspiel

 

 

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