ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Informationen für Einrichtungen mit Tierhaltung: Schmallenberg-Virus

Informationen des Friedrich-Löffler-Instituts

In Deutschland wurde bisher bei Tieren aus 280 Betrieben das „Schmallenberg-Virus“ festgestellt. Betroffen sind 7 Rinder-, 263 Schaf- und 10 Ziegenhaltungen. Die Fälle traten in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (5 Rinder-, 151 Schaf-, 5 Ziegenhaltungen), Niedersachsen (1 Rinder-, 40 Schaf-, 2 Ziegenhaltungen), Hessen (23 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), Schleswig-Holstein (23 Schafhaltungen), Rheinland-Pfalz (1 Bison, 6 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), Baden-Württemberg (1 Ziege), Brandenburg (5 Schafhaltungen), Thüringen (8 Schafhaltungen), Sachsen-Anhalt (2 Schafhaltungen), Hamburg (2 Schafhaltungen) und Bayern (3 Schafhaltungen) auf.Außerdem meldeten die Niederlande, Belgien und Großbritannien Fälle von „Schmallenberg-Virus“, hauptsächlich bei Schafen. Ein Zusammenhang zwischen einem Virusnachweis und den aufgetretenen Symptomen und Schäden ist mittlerweile sehr wahrscheinlich.

Bei Schafen wurde das „Schmallenberg-Virus“ hauptsächlich bei missgebildeten Lämmern im Gehirn festgestellt. Die Missbildungen sind eine Spätfolge der Infektion zu einem früheren Stadium der Trächtigkeit im Sommer/Herbst 2011.

Im November 2011 stellte das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), erstmals das Auftreten eines Virus des Genus Orthobunyavirus bei Rindern in Deutschland fest. Vergleichende Analysen des Erbmaterials weisen darauf hin, dass es sich um ein Virus aus der Simbu-Serogruppe (Shamonda-, Aino-, Akabane-Viren) handelt. Das Virus konnte isoliert, angezüchtet und weiter vermehrt werden. Aufgrund der Probenherkunft wurde es vorläufig als „Schmallenberg-Virus“ bezeichnet.

Die am FLI entwickelte Nachweismethode wurde u. a. an Institutionen in Belgien, Frankreich, England, den Niederlanden und Italien weitergegeben.

Weiterhin unklar ist, ob es sich um einen Neueintrag dieses exotischen Virus handelt oder ob Orthobunyaviren schon seit längerer Zeit bei Wiederkäuern in Europa vorkommen. Für eine weitere Bewertung dieses Virusfundes sind daher zusätzliche Untersuchungen notwendig.

Orthobunyaviren des Rindes sind in Australien, Asien und Afrika verbreitet und rufen dort in der Regel zunächst nur eine sehr milde Klinik hervor. Werden allerdings trächtige Tiere infiziert, so können zeitverzögert zum Teil erhebliche kongenitale Schäden, Frühgeburten und Störungen im Fruchtbarkeitsgeschehen auftreten. Akabane-ähnlichen Viren werden hauptsächlich durch Gnitzen (blutsaugende Mücken) übertragen.

Diese beim Rind relevanten Viren stellen kein Risiko für den Menschen dar. Es handelt sich nicht um Zoonoseerreger. Aufgrund der Verwandtschaft des „Schmallenberg-Virus“ zu Shamonda-, Aino- und Akabane-Virus ist auch hier nicht von einem Risiko für den Menschen auszugehen.

Friedrich-Loeffler-Institut vom 3. Februar 2012


Anmerkung: Anders als in anderen zuvor bekannt gewordenen Fällen (z.B. der Blauzungenkrankheit) wird das Schmallenberg-Virus nicht als Seuche, sondern als Tierkrankheit bewertet. 

 

Das Friedrich-Löffler-Institut ist ein Bundesforschungsinstitut und selbstständige Bundesoberbehörde des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Friedrich-Löffler-Institut

 

 

Einrichtung dieser Seite: 6. Februar 2012 (de)

 

 

 

 

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