ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Abenteuerspielplatz Monheim e.V.

Das Provisorium lebt – auch (noch) im verflixten 7.Jahr!

Das gibt es wahrscheinlich nur ein einziges Mal in ganz NRW (oder auch darüber hinaus?): Ein Abenteuerspielplatz im Sommerbetrieb ohne festen Standort, ohne Räumlichkeiten, Küche und Toilette.

Budenstadt (Foto: ASP Monheim)

Der einzige Einrichtungsgegenstand ist ein mobiler Bauzaun, den freundlicherweise der Betriebshof der Stadt Monheim zur Verfügung stellt; sanitäre Anlagen werden in Form einer freundlichen Duldung durch den Fußballverein FC Monheim (ca. 150 m entfernt) überlassen. Lagermöglichkeiten sind ebenfalls ca. 150 m entfernt gelegen – allerdings in der entgegengesetzten Richtung. Im Rahmen der 3-wöchigen Ferienfreizeit konnte in diesem Jahr die Küche des Schäferhundevereins Ortsgruppe Monheim genutzt werden (gleiche Entfernung).


Bau der Mirche (Kirche und Moschee = Mirche) (Foto: ASP Monheim)


Die Mirche in Betrieb (Foto: ASP Monheim)

Nun könnte man auf die Idee kommen zu sagen: Das ist ja Abenteuer in Reinkultur! Und hier kommt garantiert kein pädagogischer Mitarbeiter auf die Idee, sich bei schlechtem Wetter in die Cafeteria zu verkrümeln (denn die gibt es ja nicht). Die Verantwortlichen sehen sich jedoch mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, mit denen sie aufgrund der schwierigen räumlichen Situation zu kämpfen haben:

Jedes Jahr aufs Neue müssen die Rahmenbedingungen neu verhandelt und abgesteckt werden, das heißt: Nutzungsüberlassungsvertrag mit der Stadt ausarbeiten, Kontakt zu den Vereinen aufnehmen, um eine Nutzung von Toiletten und Küche sicherzustellen, im Herbst kompletter Abbau und Abriss der Hütten, Winterquartier für die Materialien suchen, damit diese trocken und einbruchsicher gelagert werden können. Daraus resultiert nicht nur ein erheblicher Arbeitsaufwand, sondern auch eine Unruhe, die bisweilen chaotische Züge trägt und sowohl bei den Mitgliedern als auch den Sponsoren gewisse Zweifel an der Beständigkeit der Angebote aufkommen lässt. Eine Garantie für den Fortbestand der Einrichtung konnte bisher nicht gegeben werden. Der Verein war in hohem Maße von Rahmenbedingungen abhängig, die nicht gesichert zur Verfügung stehen.


Eigener Rahmen (Foto: ASP Monheim)

Kunstausstellung Marienburgpark (Foto: ASP Monheim)

Abschlussfeier "Kunst trifft Natur" (Foto: ASP Monheim)

Zudem stellt sich die Frage nach den langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten. Viele Angebote, die angestrebt werden, sind nur bei einem ganzjährigen Betrieb und räumlicher Minimalausstattung wirklich sinnvoll bzw. nur dann möglich. So ist eine Tierhaltung, obwohl diese von den Kindern gewünscht wird, zurzeit schwer durchführbar. Auch die Kooperation mit der Nachmittagsbetreuung der Schulen kommt nicht infrage, wenn diese auf den Sommer beschränkt bleibt. Nachgefragt wird ein verlässliches, ganzjähriges Angebot mit Räumlichkeiten, in die man sich bei schlechtem Wetter vorübergehend zurückziehen kann.


Jungs-Kochgruppe (Foto: ASP Monheim)

Mädchenbude (Foto: ASP Monheim)

Seit Gründung des Vereins im Jahr 2002 steht der Verein in Verhandlungen mit der Stadt zwecks Realisierung eines festen Standortes. Nachdem mehrere Varianten gescheitert sind, besteht aktuell die Aussicht, an dem bestehenden provisorischen Standort eine feste Einrichtung zu installieren. Eine Fördermöglichkeit (Förderung im Rahmen des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“) wurde in Aussicht gestellt. Eine feste Räumlichkeit, wie vom Verein gewünscht, ist darin leider nicht enthalten. Der Verein muss sich laut Förderantrag mit zwei Fertiggaragen und einem offenen Unterstand begnügen. Die Verantwortlichen sind jedoch der Meinung, dass zumindest ein beheizbarer Bauwagen, wie dieser etwa von Waldkindergärten benutzt wird, zur Verfügung stehen sollte. Die Toiletten sollten behindertengerecht sein, denn die Angebote sollen allen Kindern zur Verfügung stehen.


Natur pur - Aktion "Abenteuerland" am Rhein (Foto: ASP Monheim)


Urwald - Aktion "Abenteuerland" (Foto: ASP Monheim)


Kurzer Steckbrief „Abenteuerspielplatz Monheim am Rhein e.V.“

Chronologie

• 2002: Arbeitsgruppe „Abenteuerspielplatz – Jugendtreffs“ im Rahmen der Zukunftswerkstatt

• 2003: Vereinsgründung

• 2005: erstmalig zweiwöchige Ferienfreizeit

• 2006: zweiwöchige Ferienfreizeit und 9-wöchiger offener Sommerbetrieb

• 2007: 16 Wochen Sommerbetrieb am Standort Rheinspielplatz

• 2008: Beginn Kooperation mit den Monheimer Kindertagesstätten und Schulen

• 2009: Unterschriftenaktion „Eine Heimat für den Abenteuerspielplatz“

• 2010: Verhandlungen mit der Stadt Monheim am Rhein in Hinblick auf eine Förderung im Rahmen des Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“

Fußballfieber (Foto: ASP Monheim)


Rollende Waldschule (Foto: ASP Monheim)

 

Was wird zur Zeit geboten?

• Sommerbetrieb zwischen den Oster- und Herbstferien, werktags zwischen 16 Uhr und 18.30 Uhr

• Vier Workshops im Nachmittagsbereich (Umgang mit Feuer, Sport/Jonglieren, Schmuck-, Kreativwerkstatt)

• Öffnung am Vormittag für Schulen und Kindertagesstätten an zwei Werktagen in der Woche

• Ein- bis zweimal in der Woche Öffnung für den offenen Ganztag der Monheimer Grundschulen (14-16 Uhr)

• Jeden Monat ein Familiensamstag zwischen 14.30 Uhr und 17.00 Uhr

• An drei Samstagen im Monat besteht die Möglichkeiten, Kindergeburtstage und Familienfeste auf dem Platz zu feiern

• Dreiwöchige Ferienfreizeit in Zusammenarbeit mit der Senioren-Union der Stadt Monheim am Rhein


Die Senioren - aktive Helfer (Foto: ASP Monheim)

 

Pläne für den dauerhaften Betrieb:

• Kooperation mit anderen Vereinen und Verbänden auf dem neu geschaffenen Platz

• Weitergehende Kooperation mit Kindertagesstätten und Schulen

• Einrichtung von festen „Waldgruppen“ im Rahmen der Nachmittagsbetreuung Monheimer Grundschulen

• Weitergehende Zusammenarbeit mit den Seniorinnen und Senioren dieser Stadt

• Stärkere Einbindung des Stadtteils „Berliner Viertel“ (Stadtteil mit Erneuerungsbedarf) und Familien mit Migrationshintergrund z.B. durch Kooperation mit dem Integrationsausschuss

• Erweiterung des Angebotsspektrums, z.B. Tierhaltung, abenteuerliche Klettergeräte, Wasser- und Matschbereich, Bewegungsangebote wie Skaten


Die Feuerwehr zu Besuch auf dem Abenteuerspielplatz (Foto: ASP Monheim)


Personal:

Drei pädagogische Betreuer im offenen Betrieb, sechs pädagogische Betreuer in der Ferienfreizeit


Berufsorientierungsprojekt (Foto: ASP Monheim)

Kontakt:

Abenteuerspielplatz Monheim am Rhein e.V.
c/o Andrea Stamm
Meisburgstraße 22
40789 Monheim am Rhein
Telefon 02173/50728
E-Mail


Weitere Ansprechpartnerinnen:

Corinna Hartmann, Telefon 02173/32187

Edda Poell, Telefon 02173/330649 oder 02173/330650 (dienstlich)

 

Seit seinem Bestehen pflegt der Verein lebhafte Kontakte zum ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. So war es möglich, die Entwicklung regelmäßig zu verfolgen. Mit großer Freude werden innerhalb des Verbandes das Engagement, die Ausdauer und der erklärte Wille zur Kenntnis genommen, Jahr für Jahr einen saisonalen Abenteuerspielplatz in Monheim zu organisieren – ebenso die erklärte Absicht, eine ganzjährig erreichbare Einrichtung zu installieren. Dass hier eine Initiative in einer solchen Weise aktiv ist, ist für diese Zeiten nicht selbstverständlich. Um so mehr ist es uns ein Anliegen, genau dieses zu würdigen. Für das Engagement, die Kreativität und das fachlich-politische Durchhaltevermögen verleihen wir gern (****) vier Sterne. Der fünfte wird in dem Moment nachgereicht, wenn das Ziel, ein ganzjähriges Angebot vorhalten zu können, erreicht ist.

 

 

Seite eingerichtet: 1. November 2011 (de)

 

 

 

 

 

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