ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Juli 2011



 
Grafik: Daniel Fritsche, Hamburg

 

 Der nordrhein-westfälische Landtag hat am 22. Juli 2011 das erste KiBiz-Änderungsgesetz (Kinderbildungsgesetz) beschlossen. Nähere Ausführungen gibt es auf unserer Seite Gesetze (Kinder- und Jugendarbeit). Das Gesetz tritt am 1. August 2011 in Kraft.

 

Schulpolitischer Konsens für Nordrhein-Westfalen - Gemeinsame Leitlinien von CDU, SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN für die Gestaltung des Schulsystems in NRW vom 19. Juli 2011 


Schulministerium NRW (Juli 2011): Auf dem Weg zur schulischen Inklusion in Nordrhein-Westfalen - Empfehlungen zur Umsetzung der der UN-Behindertenrechtskonvention im Bereich der allgemein bildenden Schulen von Klaus Klemm und Ulf Preuss-Lausitz

Die Wissenschaftler empfehlen Stellen für Sonderpädagogen aus Förderschulen schrittweise in allgemeine Schulen zu verlagern

Auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem, in dem Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam in denselben Schulen lernen, haben die Wissenschaftler Prof. Klaus Klemm und Prof. Ulf Preuss-Lausitz der Landesregierung empfohlen, schrittweise Lehrkräfte für Sonderpädagogik aus den Förderschulen in die allgemeinen Schulen zu überführen. Innerhalb einer Frist von zehn Jahren sollte es so möglich sein, eine so genannte Inklusionsquote von etwa 85 Prozent zu erreichen. Derzeit lernen etwa 17 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf bis zur 10. Klasse in allgemeinen Schulen, 83 Prozent in Förderschulen.

Empfehlungen herunterladen? Titel anklicken!


Stellenausschreibung: Leitung des Projekts "Kommunale Bildungslandschaften aus sicht der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Familienbildung" am Standort Bonn

 

Neue Seite (Juli 2011)

40 Jahre AGOT-NRW (Arbeitsgemeinschaft Haus der offenen Tür NRW)

60 Jahre Offene Kinder- und Jugendarbeit in Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen blickt auf über 60 Jahre Offene Kinder- und Jugendarbeit zurück. Die letzten 40 Jahre davon begleitete die Arbeitsgemeinschaft „Haus der offenen Tür NRW“ (AGOT-NRW) das pädagogische Wirken der freien Träger vor Ort, in dem sie das jugendpolitische Ziel verfolgte, die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit personell und strukturell einladend auszustatten und abzusichern, damit sie

● die individuellen Fähigkeiten junger Menschen fördern,
● ihre Probleme und Nöte in diesem Land wirkungsvoller angehen und
● ihre Rechte verwirklichen können.

In vielen Bereichen der Gesellschaft müssen sich junge Menschen Wertschätzung und Respekt oft erst mühsam erarbeiten, indem sie anerkannte und gewollte Leistungen erbringen. Eine Konsequenz daraus ist, dass viele junge Menschen mit Defiziten an Anerkennung und an eigenem Selbstwertgefühl aufwachsen.

In der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gilt es als selbstverständlich, jungen Menschen prinzipiell mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen. Im Mittelpunkt der Offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen junge Menschen mit ihrem unveräußerlichen Grundrecht auf ein Leben in Würde und in gesellschaftlicher Teilhabe.

Konkrete Aufgabe der AGOT-NRW ist vor allem die Interessenvertretung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gegenüber dem zuständigen Jugendministerium, den beiden Landesjugendämtern im Rheinland und Westfalen-Lippe sowie den kommunalen Spitzenverbänden. Die von der AGOT-NRW initiierte Volksinitiative-NRW gab dem Landesparlament den entscheidenden Impuls, am 6. Oktober 2004 ein bundesweit beachtetes Jugendfördergesetz in Nordrhein-Westfalen zu verabschieden.

In enger Zusammenarbeit mit den vier weiteren Spitzenverbänden der freien Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit in Nordrhein-Westfalen unterstützt die AGOT-NRW:
● die kulturelle und kulturpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,
● Initiativen und Maßnahmen gegen Gewalt und Rassismus,
● die Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule.

Zurzeit setzt sich die AGOT-NRW aus folgenden Mitgliedern zusammen:
● ABA Fachverband- Fachverband für Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.,
Evangelische Landesarbeitsgemeinschaft Offene Türen NRW,
Falken Bildungs- und Freizeitwerk NRW e.V.,
Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW e.V.
AGOT-NRW vom 28. Juni 2011

Rede des nordrhein-westfälischen Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg anlässlich des 40jährigen Bestehens der AGOT-NRW herunterladen

 

Neues Programm und Positionspapier der AGOT-NRW



Anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens am 28. Juni 2011 im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf hat die AGOT-NRW ihr viertes „Programm und Positionspapier“ herausgegeben. Es steht unter den Themen „Einladend – Wegweisend – Stark – Verlässlich – Entschlossen – Offen“. Anlass, Gründe und Ziele des Papiers bauen auf die weiterhin gültige, umfassende Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen in der Vorgängerbroschüre von 2077 auf. Die neue Ausgabe konzentriert sich auf wesentliche wissenschaftliche Erkenntnis der letzten zehn Jahre und „verfeinert“ ihren Blick auf die Leistungen, die die Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schultern wird, sofern sie entsprechend angemessen ausgestattet ist. Die Broschüre kann per Mausklick als PDF heruntergeladen werden. Die mit farbigen Fotos versehene Broschüre können ABA-Mitglieder in der Geschäftsstelle des ABA Fachverbandes anfordern. Weitere Interessierte wenden sich bitte an die Geschäftsstelle der AGOT-NRW in Düsseldorf.

 

Offene Kinder- und Jugendarbeit: Grundsätze und Leistungen

"Meine 2. Heimat, das Juze" ist der Titel dieser aufschlussreichen Broschüre, die die AGJF Baden-Württemberg (Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten) herausgegeben hat. Zu finden sind hier jede Menge hilfreiche Ausführungen zum Arbeitsfeld. Die Broschüre kann gegen Portoerstattung bestellt werden bei der AGJF Baden-Württemberg, Siemensstraße 11, 70469 Stuttgart, 0711/896915-0, info@agjf.de. ABA-Mitglieder finden die Broschüre als PDF-Dokument auch im mitgliederinternen ABA-Netz (über "Zeitschriftenarchiv" -> "Offene Jugendarbeit").

Neues Buch: Streetdance in Baden-Württemberg

Streetdance als eine besondere Form der Jugendkultur hat sich in den vergangenen Jahren einen festen Platz in den baden-württembergischen Jugendhäusern erobert.

„Tanzen ist unser Leben“. Das antworten viele Tänzerinnen und Tänzer auf die Frage, was Streetdance für sie bedeutet. Fasziniert vom Streetdance sind nicht nur die tanzenden Jugendlichen selbst und die Mitarbeiter/innen, die Gruppen und Events begleiten, sondern auch eine immer größer werdende Öffentlichkeit.

Die Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg - die Landesorganisation der Offenen Kinder- und Jugendarbeit - hat nun einen Fotobildband über Streetdance herausgegeben.

Die Fotos zeigen auf 70 Bildseiten die Streetdancer in Aktion: im Alltag, beim Training, bei Shows und Contests. Auch die Orte, an denen diese besondere Form der Jugendkultur zu finden ist, die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, werden ins Bild gerückt. In kleinen und ergänzenden Texten, Statements und Geschichten erzählen die Tanzenden und Mitarbeiter/innen von ihrer Leidenschaft und aus ihrer Arbeit. Sie berichten über ihre Erfahrungen, ihre Ideen, von Schwierigkeiten und Erfolgen und von dem, was sie immer wieder am Streetdance begeistert.

108 Seiten, Preis: 9,- € zzgl. Versandkosten

Bezug:
Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten
Baden-Württemberg e.V.
Siemensstr. 11
70469 Stuttgart
Tel. 0711-896915-0
E-Mail

www.agjf.de
www.streetdance-bw.de

Neu erschienen

Offene Jugendarbeit (Ausgabe 2/2011) - Schwerpunktthema: Mädchenarbeit (Mädchen und Web). Das Heft kann aus dem mitgliederinternen ABA-Netz heruntergeladen werden.

 

UNICEF fordert Ombudsstelle für Kinderrechte und Kinderschutz

Anlässlich der ersten Lesung des neuen Kinderschutzgesetzes im Deutschen Bundestag am 1. Juli 2011 ruft UNICEF dazu auf, bedrohten Kindern mehr Gehör zu verschaffen.

„Wir brauchen in Deutschland eine zentrale Ombudsstelle, die den Kinderrechten und dem Kinderschutz mehr Gewicht verleiht“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die Arbeit der unabhängigen Beauftragten des Runden Tisches zu sexuellem Missbrauch sollte in dieser Hinsicht weiterentwickelt werden. Gleichzeitig müssen die Beratungs- und Hilfsangebote auf lokaler Ebene gestärkt und ausgebaut werden.“
UNICEF begrüßt grundsätzlich den präventiven Charakter des Gesetzentwurfs. „Bund und Länder sind allerdings jetzt gefordert, die materiellen, rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die angestrebte bessere Zusammenarbeit aller Institutionen zu schaffen“, erklärte Schneider weiter.
Im gestern vorgestellten UNICEF-Report 2011 „Kinder vor Gewalt schützen“ wird darauf hingewiesen, dass alltägliche Gewalt gegen Kinder weltweit immer noch unterschätzt und verdrängt wird. So werden in den Staaten der Europäischen Union zum Beispiel nur in einem von zehn Fällen von sexuellem Missbrauch die Jugendämter informiert.

Ausführliche Informationen zum Thema Gewalt gegen Kinder finden Sie auf der Sonderseite www.unicef.de/gewalt.
UNICEF vom 1. Juli 2011

 

Bundesjugendministerium auf dem 14. Kinder- und Jugendhilfetag

Kristina Schröder: „Nahezu jedes Kind profitiert von Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe“
14. Deutscher Kinder- und Jugendhilfetag ist der größte Fachkongress mit Fachmesse in Europa

In Stuttgart fand vom 7.- 9. Juni 2011 der 14. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag statt. Stellvertretend für die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, eröffnete der Staatsminister im Bundeskanzleramt Eckart von Klaeden Europas größten Fachkongress für Kinder- und Jugendhilfe. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wandte sich in Form einer Videobotschaft an die versammelten Fach- und Führungskräfte: „Die Kinder- und Jugendhilfe ist eine tragende Säule des Sozialstaats. Von ihren Leistungen profitiert nahezu jedes Kind, jeder Jugendliche in Deutschland.“ Dazu gehören nicht nur die 2,4 Millionen Kinder unter 6 Jahren in der Kindertagesbetreuung, sondern ebenso Hunderttausende Jugendliche, die außerschulische Bildungsangebote in Jugendverbänden nutzen oder an internationalen Begegnungen teilnehmen.

Das Bundesfamilienministerium informierte auf der Messe über aktuelle Schwerpunkte der Kinder- und Jugendpolitik. In zahlreichen Fachforen diskutieren Expertinnen und Experten über innovative Konzepte und Strategien zur Unterstützung junger Menschen. Im Fokus des Fachforums „Perspektiven und Chancen für eine eigenständige Jugendpolitik“ steht dabei die Situation Jugendlicher in Deutschland. Besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem neuen Bundeskinderschutzgesetz zu. Seine Ziele und Regelungsbereiche wurden Ende Mai auch vom Bundesrat ausdrücklich unterstützt.

„Ich freue mich außerordentlich, dass das Bundeskinderschutzgesetz in vielen wichtigen Aspekten – über die Parteigrenzen hinweg – breiten Zuspruch erfährt“, sagte Staatssekretär Josef Hecken. „Die sehr positive Resonanz von Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft, aus den Ländern, den Kommunen und den Verbänden setzt auch gesellschaftlich ein ganz bedeutendes Signal: Wenn es um den Schutz unserer Kinder geht, ziehen alle politischen Ebenen gemeinsam mit der Zivilgesellschaft an einem Strang“, so Josef Hecken.

Das neue Gesetz bringt Prävention und Intervention im Kinderschutz gleichermaßen voran und stärkt alle Akteure, die sich für das Wohlergehen von Kindern engagieren – angefangen bei den Eltern, über den Kinderarzt oder die Hebamme bis hin zum Jugendamt oder dem Familiengericht. Nach Abschluss der parlamentarischen Beratungen soll das Gesetz am 1. Januar 2012 in Kraft treten. Zentrale Punkte des Bundeskinderschutzgesetzes sind:
● Gesetzliche Verankerung „Früher Hilfen“ und Schaffung gesetzlicher Grundlagen für verlässliche Netzwerke schon für werdende Eltern. Unterstützungsangebote und Hilfen vor und nach der Geburt eines Kindes sollen Familien so auch tatsächlich erreichen.
● Bundesinitiative „Familienhebammen“: Ab 2012 stellt das Bundesfamilienministerium jährlich 30 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird innerhalb von vier Jahren der Einsatz von Familienhebammen in Deutschland mit insgesamt 120 Millionen Euro deutlich verbessert.
● Größere Handlungs- und Rechtssicherheit für die Akteure im Kinderschutz, etwa durch die Regelungen zur Datenweitergabe zwischen den Jugendämtern oder durch eine Norm, die klar und eindeutig regelt, wann Berufsgeheimnisträger – wie z.B. Ärzte – Informationen an das Jugendamt weitergeben dürfen.
● Regelung zum Hausbesuch: Der Hausbesuch soll zur Pflicht werden – allerdings nur dann, wenn er erforderlich ist und den wirksamen Schutz des Kindes nicht in Frage stellt.
● Ausschluss einschlägig Vorbestrafter von Tätigkeiten der Kinder- und Jugendhilfe: Alle hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der öffentlichen und freien Jugendhilfe müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Für Ehrenamtliche vereinbaren die Träger die Vorlagepflicht des erweiterten Führungszeugnisses je nach Art, Dauer und Intensität des Kontakts zu Kindern und Jugendlichen.
● Gesetzliche Verankerung einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe erhöht die Verbindlichkeit fachlicher Standards vor allem auch im Kinderschutz. Die gesetzliche Verankerung wird eine Qualitätsdebatte in der Kinder- und Jugendhilfe vertiefen bzw. anstoßen.
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 8. Juni 2011

 

Bundesfreiwilligendienste

1. Jugendfreiwilligendienste FSJ und FÖJ

Für FSJ und FÖJ wird die Pauschale für die pädagogische Begleitung auf 200,- Euro pro Monat und Teilnehmerin bzw. Teilnehmer angehoben. Dies gilt - entsprechend dem bisherigen Förderrhythmus - ab dem 1. September. Wie bisher erhalten ausschließlich die Träger des FSJ/FÖJ diese Förderung und wie bisher wird sie über Zentralstellen auf Bundesebene zugewandt. Träger, die sich keiner zivilgesellschaftlichen Zentralstelle anschließen möchten oder können, können diese Förderung künftig auch direkt über das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) erhalten.

Selbstverständlich können Zentralstellen und Träger auch künftig zusätzliche Leistungen anbieten und diese den Einsatzstellen in Rechnung stellen und selbstverständlich können auch künftig Träger, bei denen die Kosten für die pädagogische Begleitung mehr als 200,- Euro pro Monat betragen, eine entsprechende Kostenbeteiligung der Einsatzstellen vorsehen.

2. Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)

Im IJFD entsteht eine neue Wahlmöglichkeit: Träger können entweder wie bisher eine pauschale Förderung von 250,- Euro pro Freiwilligem/Freiwilliger und Monat erhalten oder eine Förderung von bis zu 350,- Euro pro Monat gegen Nachweis der entstandenen Kosten. Dies gilt für den beginnenden Freiwilligenjahrgang. Gleichzeitig wird die Zahl der geförderten Auslandsentsendungen auf 3.000 steigen. Die Förderung der sogenannten längerfristigen Freiwilligendienste wird dafür nicht mehr fortgeführt.

3. Bundesfreiwilligendienst (BFD) – Taschengeld und Sozialversicherung

Im BFD erhalten die Einsatzstellen ab dem 1. Juli für jüngere, kindergeldberechtigte Freiwillige eine Kostenerstattung von bis zu 250,- Euro pro Monat, für ältere, nicht kindergeldberechtigte Freiwillige, also Freiwillige, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, eine Erstattung von bis zu 350,- Euro pro Monat. Diese Kosten gelten schon dadurch als nachgewiesen, dass vor Beginn des BFD ein Vertrag mit den entsprechenden Beträgen dem Bundesamt zur Unterschrift vorgelegt wird. Die Kosten für Sachleistungen (Verpflegung, Unterkunft und Dienstkleidung) sowie für eigene Verwaltung etc. trägt in jedem Falle die Einsatzstelle selber.

Hierzu einige Beispiele für jüngere Freiwillige:
175,- Taschengeld
70,- Sozialversicherung (gerundet 40 %)
245,- Summe = Erstattungsbetrag, da unterhalb der Obergrenze von 250,-
150,- Taschengeld (erstattungsfähig)
150,- Essensgeld (nicht erstattungsfähig!)
120,- Sozialversicherung (40% von 300,-, da sowohl Taschengeld als auch Sachleistungen sozialversicherungspflichtig sind) (erstattungsfähig)
420,- Summe; Erstattungsfähig sind Taschengeld plus Sozialversicherung, also 150,- + 120,- = 270,-, erstattet wird also die Obergrenze von 250,-
300,- Taschengeld (erstattungsfähig)
200,- Essens- & Übernachtungsgeld (nicht erstattungsfähig!!)
200,- Sozialversicherung (40 % von 500,-, da sowohl Taschengeld als auch Sachleistungen sozialversicherungspflichtig sind) (erstattungsfähig)
700,- Summe; Erstattungsfähig sind Taschengeld plus Sozialversicherung, also 300,- + 200,- = 500,-, erstattet wird also die Obergrenze von 250,-

In diesem Beispiel erhalten die Freiwilligen Leistungen im Wert von 500,- Euro. Bei der Einsatzstelle verbleibt ein Eigenanteil von 450,- Euro, so dass hier für die Einsatzstelle ungefähr Kosten in der Höhe entstehen, wie sie auch im Zivildienst entstanden sind.

Für ältere Freiwillige beträgt die Obergrenze der Erstattung 350,- Euro pro Monat. Allerdings ist hier zu beachten, dass für Freiwillige, die einen Teilzeitfreiwilligendienst leisten, das Taschengeld entsprechend gekürzt werden muss. Da außerdem für den Vollzeitfreiwilligendienst eine Taschengeld-Obergrenze von z.Zt. 330,- Euro gilt und das Taschengeld im BFD identisch sein muss mit dem, das ein Freiwilliger im FSJ/FÖJ in der gleichen Einsatzstelle für eine vergleichbare Tätigkeit erhält, reduziert sich das maximale Taschengeld im Teilzeit-BFD entsprechend.

Auch hierzu ein Beispiel unter der Annahme, dass das Vollzeit-Taschengeld in einer Einrichtung 300,- Euro beträgt. Bei einem Teilzeit-BFD von 2/3, also etwa 26 Wochenstunden, beträgt das Taschengeld 2/3 von 300,-, also 200,- Euro. Darauf fällt Sozialversicherung in Höhe von 80,- Euro an, so dass die Gesamtkosten von 280,- Euro unter 350,- Euro bleiben und in vollem Umfang erstattet werden.

Würden zu dem Taschengeld von 200,- Euro noch z.B. 175,- Euro Essensgeld gezahlt, fielen insgesamt Sozialabgaben in Höhe von 150,- Euro an. Die Summe aus Taschengeld und Sozialversicherung betrüge genau 350,- Euro, die gerade noch in vollem Umfang erstattet würden, bei der Einsatzstelle verblieben die Kosten für das Essensgeld.

4. Bundesfreiwilligendienst – Pädagogische Begleitung

Wie in FSJ und FÖJ liegt die Verantwortung für die pädagogische Begleitung der Freiwilligen einschließlich der Durchführung der gesetzlich vorgeschriebenen Seminare beim Vertragspartner der Freiwilligen, im BFD also beim Bund. Der Bund wird diese Verantwortung vertraglich – soweit gewollt – an zivilgesellschaftliche, wohlfahrtsverbandliche und andere Träger weitergeben. Vorgegeben ist dabei nur, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Seminartage einschließlich der fünf Tage politische Bildung sichergestellt werden müssen, wobei die Seminare zur politischen Bildung ausschließlich in den Bildungszentren des Bundesamtes durchzuführen sind.

Auf Wunsch der Zentralstellen, bei denen als Vertragspartnern des Bundes die Verantwortung für die pädagogische Begleitung der Freiwilligen liegt, wird der Zuschuss des Bundes zu den Kosten der pädagogischen Begleitung direkt an die Zentralstellen ausgezahlt. Formal werden die Zentralstellen den ihnen angeschlossenen Einrichtungen die Auflage machen, einem entsprechenden Mittelfluss zuzustimmen. Die genauen Modalitäten der Kostenerstattung werden daher alleine zwischen Bund und Zentralstellen geregelt, die Einrichtungen erhalten die pädagogische Begleitung einschließlich der Seminare wie im FSJ/FÖJ aus einer Hand, nämlich von ihren Zentralstellen bzw. Trägern und müssen diesen nur dann einen (vermutlich geringen) Kostenanteil zahlen, wenn die Kosten für den Träger über dem Beitrag des Bundes liegt.
Gerne lege ich aber natürlich auch die Modalitäten im Verhältnis zwischen Bund und Zentralstelle offen: Die Zentralstellen werden pro Freiwilligem und Monat für die pädagogische Begleitung 100,- Euro in bar sowie das Recht auf kostenlose Nutzung der Bildungszentren des Bundes („Bildungsgutschein“) erhalten. Die Bildungszentren des Bundes können von den Zentralstellen und Trägern bis zur vollen Kapazitätsauslastung kostenlos genutzt werden. Der Wert des Bildungsgutscheines ist so kalkuliert, dass er drei Wochen kostenloser Nutzung entspricht.

Gerne informiere ich auch über die Modalitäten für diejenigen Träger und Einrichtungen, die sich dem Bundesamt als Zentralstelle angeschlossen haben: Diese können wählen zwischen einem „Rundum-Paket“ und individuellen Lösungen. Im Rahmen der Paketlösung, die sich insbesondere an kleinere Träger und Einrichtungen richtet, stellt das Bundesamt die komplette pädagogische Begleitung einschließlich der Durchführung aller Seminartage sicher. Es behält dafür den Bundeszuschuss in voller Höhe ein und wird keine zusätzlichen Kosten in Rechnung stellen. Mit eingeschlossen sind die Fahrtkosten zu den Seminaren, sodass für die Einrichtungen tatsächlich keine Kosten anfallen. Wenn Träger oder größere Einrichtungen eine individuelle Lösung wünschen, also insbesondere einen Teil der Seminartage selber durchführen, soll auch das natürlich möglich sein, dann wird auch ein entsprechender Anteil des Bundeszuschusses weitergereicht.

5. Platzzusagen

Wie von uns stets erhofft und erwartet, führt die Einführung des Bundesfreiwilligendienstes tatsächlich zu keinerlei negativen Effekten auf die bestehenden Freiwilligendienste, im Gegenteil liegt flächendeckend die Zahl der geschlossenen FSJ-Verträge deutlich über dem Vorjahresniveau, und auch im FÖJ können problemlos wieder alle Plätze besetzt werden. Da die Zahl der FSJ-/FÖJ-Verträge ganz erheblich über der Zahl der BFD-Verträge liegt, freue ich mich, dass wir aus heutiger Sicht in diesem Jahr keinerlei Schwierigkeiten mit irgendeiner Platzzahlbegrenzung („Koppelung“) haben werden und deswegen ohne künstliche Begrenzung BFD-Verträge geschlossen werden können. Alle Zentralstellen einschließlich der Zentralstelle beim Bundesamt verfügen über ausreichende BFD-Platzkontingente, weitere Platzkontingente können bei Bedarf gerne bei uns abgerufen werden.
Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
Newsletter des Bundesbeauftragten für den Zivildienst vom 24. Juni 2011

Neue künstlerische Kurse im 2. Halbjahr 2011

In altbewährter Kooperation mit dem ABA Fachverband führt das Paritätische Bildungswerk NRW auch im 2. Halbjahr wieder künstlerische Kurse durch. Diese finden statt in Zusammenarbeit mit dem ABA-Partner Farbraum (Kunst-Atelier) in Dortmund. Eine Übersicht zu den Kursen gibt es ebenfalls im ABA-Netz. Wir freuen uns über lebhaften Zuspruch.

Neu! Kurse zum systemischen Denken und Handeln im 2. Halbjahr 2011

Das Paritätische Bildungswerk NRW führt in Zusammenarbeit mit dem ABA Fachverband im 2. Halbjahr 2011 erstmalig Kurse zum systemischen Denken und Handeln durch. Wir sind hoch erfreut, dass sich Dank einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Institut für dialogische Arbeitsformen (IDA), Bochum, die Möglichkeit bietet. Erstmalig besteht somit für die Mitglieder im ABA Fachverband sowie weitere Interessierte die Gelegenheit, sich an Fortbildungen zu beteiligen, die sich neben Grundsätzlichem auch an den eigenen Arbeitsinteressen orientieren. Die Kurse findet man im ABA-Netz. Wir freuen uns über lebhaften Zuspruch.

Bonn: Spielmobil-Karawane von 1. bis 3. Oktober 2011

Vom 1. bis 3. Oktober 2011 wird es in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn (Mitglied im ABA Fachverband) eine Spielmobil-Karawane geben. Höhepunkt wird die Beteiligung am Tag der Deutschen Einheit sein. Das Land Nordrhein-Westfalen und die Bundesstadt Bonn richten vom 1. bis 3. Oktober 2011 in enger Kooperation mit den Verfassungsorganen der Bundesrepublik Deutschland die zentrale Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit aus. Erstmalig wird diese Veranstaltung zusammen mit dem jährlichen Nordrhein-Westfalen-Tag gefeiert. Die Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland werden an den Feierlichkeiten teilnehmen. Während der drei Veranstaltungstage rechnet die Stadt Bonn mit mehreren Hunderttausend Besucherinnen und Besuchern aus ganz Deutschland und dem angrenzenden europäischen Ausland.

Spielmobile aus Nordrhein-Westfalen, die sich an der Karawane beteiligen wollen, werden gebeten, sich beim ABA Fachverband – Fachgruppe Spielmobile (Sprecherin: Eva Hofmann) zu melden. Kontakt: Eva Hofmann, 0201/408 85 55 - 0176.51165408, spielmobil@ABA-Fachverband.org.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 1. August 2011 (de)

 

 

 

 

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