ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Arbeitskreis der Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze in Hessen (AJAH) gegründet

Offensive der Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze in Hessen

Zu Recht hat Hannelore Ohle-Nieschmidt in der Zeitschrift „Offene Spielräume“ des BdJA das „Come Out“ unserer Einrichtungen gefordert. Das Konzept der Jugendfarmen und Aktivspielplätze ist einfach zu gut, als dass wir im „Stillen und Abgeschiedenen“ unserer Einrichtungen (vor Ort zwar bekannt) aber relativ individuell arbeiten, ohne unsere Ideen weiter zu verbreiten. Die Tatsache, dass wir uns von Freizeit- zu Bildungsprojekten entwickelt haben, weil freies Spiel draußen in der Kindheit - als Voraussetzung und beste Gelegenheit zum Lernen - kein Selbstläufer mehr ist, verstärkt die Notwendigkeit, in ganz vielen Gemeinden, Städten und Stadtteilen solche Plätze für Kinder und Jugendliche zu gründen.

Einzeln arbeiten wir schon seit längerer Zeit, die Abenteuerspielplätze in Frankfurt zum Teil seit über 30 Jahren und die Jugendfarmen seit 15 Jahren in Hessen. Seit dem Frühjahr 2009 haben wir uns als Spiel- und Lernorte für Kinder und Jugendliche erstmals zu einem gemeinsamen Arbeitskreis zusammengeschlossen.

Während die Abenteuerspielplätze mit den Schwerpunkten Hüttenbau, Handwerk und Spielplatz überwiegend in Frankfurt angesiedelt sind, haben sich in Dreieich und Darmstadt vor 15 Jahren zwei Kinder- und Jugendfarmen gegründet. Sie stellen eine Mischung aus Abenteuerspielplatz und Kinderbauernhof dar. Was die Farmen anbelangt, war Hessen eher ein Entwicklungsland, doch dies ändert sich derzeit.

2004 entstand die Jugendfarm Offenbach, 2005 die Kinderfarm in Oestrich-Winkel im Rheingau, 2008 eröffneten die Jugendfarmen JuKi Langen sowie „Biberbau“ in Wiesbaden. 2009 kam Rödermark hinzu und in diesem Jahr beginnt der Betrieb in Dietzenbach als auch in Friedberg zumindest tageweise.  Im Wetteraukreis arbeitet bereits nach ähnlichem Konzept der „Erlebnishof Hungen“, und in Braunfels bei Gießen strebt eine Initiative von Jugendlichen sowie der Stadt die Gründung einer solchen Farm an. Also war es an der Zeit, dass wir zwecks Erfahrungsaustausch, Vernetzung und Weiterverbreitung der Idee den „Arbeitskreis Jugendfarmen und Abenteuerspielplätze in Hessen“ gründeten. Am 07.03.09 war es dann in Darmstadt soweit: Unter der Beteiligung von 11 Einrichtungen entstand der AJAH.

Gemeinsame Ziele des AJAH sollen sein:

• Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfe;
• die Weiterverbreitung der Idee;
• Anregungen und Unterstützung zur Gründung neuer Einrichtungen;
• enge Kooperation mit dem BdJA;
• gemeinsame Darstellung nach außen, soweit machbar.

Das ATW auf der Jugendfarm „Dreieichhörnchen“ in Dreieich, 10 km südlich von Frankfurt, im Oktober 2009 bot dem AJAH erstmals die Gelegenheit, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Die anwesende Staatssekretärin des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Familie, Frau Müller-Klepper, war von der „Dreieichhörnchen“, dem ATW und der beginnenden Arbeit des AJAH als Multiplikator für Hessen so angetan, dass sie praktische und finanzielle Hilfe zusagte.

Seit seiner Gründung konnte der AJAH u. a.

• etliche neue Initiativen beraten und ihnen helfen;
• sich halbjährlich auf einer Einrichtung treffen, austauschen und ein Schwerpunktthema behandeln;
• eine Veranstaltung mit der Naturschutzakademie Hessen durchführen;
• den individuellen Austausch zwischen den Einrichtungen fördern.

Diese Arbeit gilt es fortzusetzen.

Außerdem wollen wir

• Eltern von Waldkindergärten ansprechen, die Idee vermitteln und sie motivieren, selbst eine neue Farm zu gründen;
• anregen, dass bei Hessentagen und Landesgartenschauen im Sinne der Nachhaltigkeit (nicht nur ein zeitlich begrenztes Event) in die Schaffung solcher Plätze für einen dauerhaften Betrieb investiert wird;
• Kontakt mit dem Kultusministerium aufnehmen, um die Kinder- und Jugendfarmen sowie die ASPs als außerschulische Lernorte bekannt zu machen und entsprechend fördern zu lassen. Den hessischen Bildungs- und Erziehungsplan kann man hervorragend in dauerhafter Kooperation mit Schulen auf unseren Plätzen umsetzen;
• Weitergabe der Idee an den Hessischen Städte- und Gemeindebund, an Politiker, Fachleute, die Presse sowie an andere Multiplikatoren, ein neuer Film bietet dabei eine große Hilfe.

Die beste Werbung, das stelle ich allerdings seit vielen Jahren fest, ist es, die Leute bei schönem Wetter auf einen der lebendigen Plätze einzuladen und dabei am Leben einer Farm zumindest beobachtend teilhaben zu lassen, so wie es die „Dreieichhörnchen“ vor 25 Jahren in Stuttgart erlebt haben.

Wichtig bei alledem ist es, die Überparteilichkeit zu wahren, für Kinder setzen sich heute, angesichts der demografischen Problematik, alle verbal ein, man muss sie unter Verweis auf ihre eigene Kindheit beim Wort nehmen.

Dem finanziellen Argument ist zu entgegnen, dass sich jeder Euro verdreifacht, einmal durch die eigenen Einnahmen (Ferienspiele, Schulbesuche, pädagogische Dienstleistungen, Spenden ...) und durch die geleistete ehrenamtliche Arbeit. Der Bau- und Aktivspielplatz Leipzig hat mit seiner Devise „Irgendwie loslegen“ ein gutes Beispiel gegeben. So haben beispielsweise Offenbach und Langen ohne Geldzusage begonnen und erhalten heute Beträge, die eine professionelle Arbeit ermöglichen. Wir müssen sozusagen ehrenamtlich in Vorlage gehen, um die Wertigkeit unserer Arbeit erst einmal praktisch zu vermitteln.

Der AJAH arbeitet vorerst als lockerer Arbeitskreis weiter, eine erste finanzielle Unterstützung haben wir vom Land Hessen erhalten, mit der Aussicht auf Fortsetzung. Vielleicht wird es langfristig nötig sein, einen eigenen Verein zu gründen. Wer Genaueres wissen will, kann sich auf unserer Homepage informieren oder sich direkt an uns wenden (Telefon: 06103-9881764).

Soweit wir das ehrenamtlich schaffen, helfen wir gerne, geben unser Knowhow weiter und beantworten Fragen. Dies gilt sowohl für die „Dreieichhörnchen“ als auch alle anderen Einrichtungen, die dem AJAH angeschlossen sind.

Vielleicht könnte dies auch eine Anregung sein, auf der Ebene der Bundesländer, dort, wo es noch keine regelmäßigen Treffen der Farmen und Spielplätze stattfinden, ähnliche Arbeitskreise ins Leben zu rufen. Wir haben bereits Anfragen von neuen Initiativen aus Rheinland-Pfalz und Bayern. Denn: Kinder- und Jugendfarmen bzw. Aktiv- und Abenteuerspielplätze, einen guten Platz zum freien Spielen draußen in der Natur brauchen die Kinder überall!!!

Willy Juch, Offene Spielräume 3/2010


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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 4. Januar 2011

 

 

 

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