ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Projekt des Deutschen Jugendinstituts: Jugendhilfe und sozialer Wandel

Leitungen und Strukturen (Phase IV)

Das Projekt erhebt und analysiert seit 1992 Daten zur Situation und Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe. Dies geschieht in wiederkehrenden Fragebogenuntersuchungen, die überregional, bundesweit sowie praxisfeld- und trägerübergreifend durchgeführt werden.

Das Ziel ist, kontinuierlich Daten über strukturelle Bedingungen der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe zu generieren und sie in ihrer Bedeutung für die fachliche Weiterentwicklung des Feldes zu bewerten. Diese Daten ergänzen u.a. die amtliche Kinder- und Jugendhilfestatistik und bieten einen differenzierten Einblick in das Feld der Kinder- und Jugendhilfe.

Aufgabe des Projektes „Jugendhilfe und sozialer Wandel – Leistungen und Strukturen“ ist es

• aktuelle Entwicklungstrends auf der Basis empirischer Erhebungen aufzuzeigen, diese der Praxis, Politik und Wissenschaft zugänglich zu machen sowie sie in ihrer fachlichen Bedeutung für die Weiterentwicklung des Feldes zu bewerten und
• geeignete Instrumente zur Analyse der Institutionen im Feld der Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln und allgemein geltend zu machen.

Die Schwerpunkte des Projekts in der Phase VI sind:

• Quantitative, standardisierte Erhebungen zu strukturellen Bedingungen bei öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe. Es werden insbesondere Daten zu folgenden Themenbereichen erhoben: die Ausstattung mit Personal und Finanzen, Finanzierungsbedingungen, Fortbildungsmöglichkeiten für MitarbeiterInnen, Kooperationen mit Akteuren innerhalb und außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder- und Jugendhilfeausschuss, Jugendhilfeplanung, Hilfeplanung, Verwirklichung von Beteiligungsmöglichkeiten, interkulturelle Öffnung und die Folgen des demographischen Wandels sowie die Angebote von Jugendhilfeeinrichtungen vor Ort und deren Inanspruchnahme.
• Qualitative Studie zu den Entwicklungen im Bereich ambulanter erzieherischer Hilfen. Im Zentrum der qualitativen Studie steht die Frage, wie sehr die in den vergangenen Jahren zu beobachtenden Veränderungen bei ambulanten Hilfen (z. B. steigende Fallzahl, Entdifferenzierung der Angebote bei gleichzeitiger Flexibilisierung, Verkürzung der Bearbeitungsdauer pro Fall) zu einer Veränderung fachlicher Konzepte geführt haben. Eine wichtige Fragestellung dabei ist auch, ob die Veränderungen zu einer verbesserten Bedarfsangemessenheit der Angebote geführt haben. Hierzu werden qualitative Interviews mit Fachkräften, mit Personensorgeberechtigten sowie mit Kindern und Jugendlichen und anderen für die Entwicklung der Angebote vor Ort relevanten Personen (evtl. EvaluatorInnen, Mitglieder im Kinder- und Jugendhilfeausschuss) durchgeführt. Mittels der qualitativen Teilstudien sollen zentrale Themen in der Kinder- und Jugendhilfe einer empirischen Analyse unterzogen werden und Beiträge zur Validierung und Weiterentwicklung bestehender quantitativer Erhebungsinstrumente geleistet werden.
• Recherchen in verschiedenen europäischen Ländern zu Konzepten und Umsetzung der Inklusion von behinderten und nichtbehinderten Kindern in Kindertageseinrichtungen. Die durch qualitative Erhebungsverfahren gestützten Recherchen verfolgen das Ziel, Anregungen für die Weiterentwicklung der Praxis in Deutschland zu gewinnen.

Erhebung bei Jugendzentren

Jugendzentren/Jugendhäuser rücken sowohl vor dem Hintergrund demografischer Veränderungen (einerseits in Bezug auf die Frage nach der Anzahl der Nutzer und andererseits hinsichtlich der Funktion als weicher Standortfaktor für Kommunen), dem Ausbau der Ganztagesbetreuung an Schulen und der Notwendigkeit, öffentliche Räume für Jugendliche zur Verfügung zu stellen, wieder etwas stärker in die Fachdebatte. Auch mit Blick auf die Diskussion über Jugendpolitik in Deutschland bekommen Jugendzentren etwas mehr Beachtung. Die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit unterscheiden sich deutlich von den Angeboten der verbandlichen Jugendarbeit und sind bislang durch das Projekt nicht in eigenen Erhebungen untersucht worden. Zum ersten Mal sollen bundesweit Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in öffentlicher und freier Trägerschaft (Jugendzentren/Jugendhäuser) befragt werden.

In der Erhebung werden folgende Themen besondere Beachtung finden:
• Organisationsstruktur
• Personalausstattung
• Finanzierung
• Strategien der Ressourcenförderung von Kindern und Jugendlichen
• interkulturelle Öffnung
• Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen
• Kooperationen innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe
• Kooperation mit anderen Akteuren, z. B. Schulen, Einrichtungen und Angeboten der Jugendsozialarbeit

Die Feldphase dieser erstmalig durchgeführten Befragung von Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist für das Jahr 2011 geplant.

Eine Darstellung der Ergebnisse zu Jugendzentren in öffentlicher Trägerschaft aus Perspektive der Jugendämter finden Sie hier:

Liane Pluto, Nicola Gragert, Eric van Santen & Mike Seckinger (2007): Kinder- und Jugendhilfe im Wandel. Eine empirische Strukuranalyse. München: DJI-Verlag/ISBN 978-3-87966-416-0

van Santen, Eric; Mamier, Jasmin; Pluto, Liane; Seckinger, Mike; Zink, Gabriela (2003): Kinder- und Jugendhilfe in Bewegung - Aktion oder Reaktion? Eine empirische Analyse. München: DJI-Verlag / ISBN 3-87966-406-4

Ansprechpartnerin:

Tina Gadow
089/62306-358
gadow@dji.de

DJI vom 15. Dezember 2010

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 4. Januar 2011

 

 

 

 

ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.| Clarenberg 24 | D-44263 Dortmund | e-mail: ABA@ABA-Fachverband.org