ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Landesjugendhilfeausschuss Rheinland zum Kinder- und Jugendförderplan NRW ab 2011

Beschluss vom 30. November 2010

Der Landesjugendhilfeausschuss begrüßt die Absicht der Landesregierung, die Kinder- und Jugendpolitik in den Mittelpunkt ihres Regierungshandelns zu stellen. Als zuständiger Fachausschuss fordert er von der Landesregierung auf, folgende Anregungen im Rahmen der Entwicklung eines neuen Kinder- und Jugendförderplanes zu berücksichtigen und den Kinder- und Jugendförderplan angemessen auszustatten:

1. Die strukturelle Basisförderung ist, ergänzt durch die thematische Projektförderung, nachweislich (9. Kinder- und Jugendbericht NRW, Enquete-Berichte, …) ein zentraler, qualitätssichernder Faktor. Die Notwendigkeit der Sicherung der bisherigen Qualität erfordert eine unter anderem an der Preisentwicklung orientierte entscheidende Verbesserung des Finanzvolumens. Die Aufteilung von Struktur- und Projektförderung soll somit erhalten bleiben.

2. Für alle Förderbereiche im Rahmen der Strukturförderung sollen die bewährten Verfahren der Qualitätssicherung (Wirksamkeitsdialog, Zielvereinbarungen u.a.) flächendeckend angewendet werden. Sie sind dahingehend weiter zu entwickeln, dass sie sowohl  die Qualität von Angeboten besser darstellen als auch einen möglichst geringen Aufwand verursachen.

3. Die mehrjährige Laufzeit sowohl des Kinder- und Jugendförderplanes NRW als auch der kommunalen Förderpläne trägt in hohem Maße zur Planungssicherheit bei. Um diese für die freien und die öffentlichen Träger auch zukünftig zu gewährleisten, sollte der Kinder- und Jugendförderplan NRW wieder auf fünf Jahre festgeschrieben werden, wie es das Jugendförderungsgesetz vorsieht. Dies macht die geforderte Verzahnung der Landesförderung mit der kommunalen Jugendhilfeplanung möglich.

4. Die Festlegung und Ausstattung von Förderschwerpunkten in der Projektförderung des neuen Kinder- und Jugendförderplanes hat sich an folgenden Punkten zu orientieren:
– Die Förderschwerpunkte in der Projektförderung im Kinder- und Jugendförderplan  müssen sich an den gravierenden gesellschaftlichen Herausforderungen orientieren.
– Projektförderungen sind orts- und/oder trägerspezifisch.
– Die Schwerpunkte der Projektförderung müssen mit den Trägern gemeinsam partnerschaftlich abgestimmt werden.
– Es gilt, die Erfahrungen aus den Projekten stärker der Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.
– Alle Projektfördertöpfe sollen für alle Handlungsfelder zugänglich sein.
– Das Nebeneinander mehrerer Förderprogramme (z.B. Pakt mit der Jugend) muss zugunsten einer einheitlichen Fördersystematik aufgehoben werden.

5. Im Rahmen von Kooperation der Jugendförderung mit Ganztagsschulen müssen die Förderbereiche klar abgegrenzt werden. Grundprinzip der Förderung im Rahmen des Kinder- und Jugendförderplanes ist die freiwillige Teilnahme der jungen Menschen an diesen Angeboten.

6. Möglichkeiten zur Verfahrens- bzw. Verwaltungsvereinfachung sollten zwischen Jugendministerium und Finanzministerium im Sinne der Träger berücksichtigt werden:
– rechtzeitige Bereitstellung der Fördermittel und damit rechtzeitige Erteilung der Bewilligungsbescheide;
– Übertrag von Restmitteln ins Folgejahr;
– jahresübergreifende Projektförderung;
– Förderung ein Jahr nach Ende der Legislatur weiterführen;
– die unterschiedlichen Erfahrungen mit der fachbezogenen Pauschale sollen gesammelt und die Ergebnisse bei der Neuformulierung des Kinder- und Jugendförderplanes bezüglich der Weitergabe an die einzelnen Trägergruppen berücksichtigt werden.

Die Beteiligung der landeszentralen Träger sowie von Kindern und Jugendlichen ist sicherzustellen. Hierfür müssen geeignete Formen bereitgestellt werden.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 4. Januar 2011

 

 

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