ABA Fachverband
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen e.V.

Der Verband für
handlungsorientierte Pädagogik 

 
 
 
 
     
       

Zur Entwicklungsgeschichte der öffentlichen Freiräume für Kinder

In einer Reihe von vier Beiträgen hat Daniel Rimbach in der „FreeLounge“, Fachmagazin für kommunale Frei-Räume, wesentliche Ergebnisse seiner Doktorarbeit vorgestellt. Die Redaktion der „FreeLounge“, insbesondere Maike Söltl, hat sich sehr engagiert, dass wir die beachtlichen Beiträge hier verwenden dürfen. Hauptberuflich ist Maike Söltl Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Freiraum-Gestaltung. Die Seiten des Verbandes erreichen Sie per Mausklick auf nachsehendes Logo. Bedanken möchten wir uns auch beim Autor Daniel Rimbach für seine Zustimmung, die Inhalte hier verwenden zu dürfen.

 

Zur Entwicklungsgeschichte der öffentlichen Freiräume für Kinder

Wissenschaftliche Aufarbeitung eines vernachlässigten Themas

Eine tiefgründige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Gesamtentwicklung der öffentlichen städtischen Freiräume für Kinder als Planungsgegenstand hatte bisher erstaunlicherweise noch nicht stattgefunden. Im Rahmen seiner Dissertation hat Daniel Rimbach schwerpunktmäßig den Zeitraum ab der Mitte des 19. Jahrhunderts betrachtet, von der Entstehung der ersten öffentlichen Freianlagen für Kinder bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Auf eine weitergehende, durchaus wünschenswerte Bearbeitung der Zeit nach 1945 wurde verzichtet, da der damit unweigerlich verbundene Systemvergleich zwischen Ost und West den Rahmen der Arbeit gesprengt hätte. Die Entwicklung dieser neuen Planungsaufgabe im gesellschaftlichen Kontext und deren Berücksichtigung innerhalb des sich entwickelnden Berufsstandes der Garten- und Landschaftsarchitekten beziehungsweise seiner fachlichen Vorläufer stand im Mittelpunkt des Interesses. Untersucht wurde dabei, inwieweit die Gestaltung der Freiflächen für Kinder eine Planungsaufgabe des Gartenarchitekten beziehungsweise seiner fachlichen Vorgänger war. Es wurden vor allem die von diesem Berufszweig gestalteten Freianlagen für Kinder berücksichtigt. Aber auch Anlagen, die von Mitgliedern anderer Berufsgruppen, zum Beispiel Architekten, Pädagogen oder Medizinern planmäßig gestaltet bzw. planungstheoretisch vorbereitet wurden, fanden Beachtung. Die Ausbildung von öffentlichen Freianlagen für Kinder beruhte im Untersuchungszeitraum stets auf drei grundsätzlichen Gestaltungsanlässen: 1. der Gesundheitsvorsorge und Körperertüchtigung, 2. dem Spiel und 3. der Belehrung und Unterweisung. Nach den jeweils herrschenden politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wurden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und planerisch verwirklicht.

 

Ausschnitt aus dem Gemälde „Die Kinderspiele“ von Pieter Bruegel d. Ä., 1560 (aus: VÖHRINGER, 1999, 50)

Vor der „Entdeckung“ der Kindheit (vor 1850)

Kinder haben schon „immer“ im Freiraum gespielt. Im Mittelalter gab es jedoch keine speziell für Kinder gestalteten Freiräume, da die Gesellschaft nicht klar zwischen Kindern und Erwachsenen unterschied. Das Kind des Mittelalters und der frühen Neuzeit nutzte für sein Spiel hauptsächlich vorgefundene Dinge oder auch einfache, selbst oder von Familienmitgliedern angefertigte Spielzeuge. Gewerbemäßig hergestelltes Spielzeug in unserem heutigen Sinne war eher selten. Diese speziell von Handwerkern angefertigten Spielwaren, mit denen vor allem die Kinder der oberen Stände spielten, lassen sich ab dem hohen Mittelalter nachweisen.


Mittelalterliche Abbildung eines spielenden Kindes

Das berühmte Gemälde „Die Kinderspiele“ von Pieter BRUEGEL D. ÄLTEREN aus dem Jahr 1560 ist ein Katalog der damals üblichen Spiele im Freien. Es zeigt ungefähr 80 verschiedene Spiele. Die Kinder auf dem Bild spielen zumeist ohne Spielzeug miteinander (z.B. Prozession, Verstecken etc.) und mit umfunktionierten Alltagsgegenständen. Obwohl speziell für das Spiel verfertigte Gegenstände, sogenanntes primäres Spielzeug, noch relativ selten war, sind auch einige solcher Spielmittel zu sehen. Zu dieser Kategorie gehören die dargestellten Masken, Puppen, Stelzen, Kreisel und Steckenpferdchen. Die Kinder auf dem Bild spielen aber auch mit Stöcken, Holz, Knochen, Reifen, Ziegelsteinen, Schweinsblasen und gefangenen Vögeln. Die Spiele finden entweder auf der sandigen Straße, einem eingezäunten Rasenstück, an den Mauern oder auf einer baumbestandenen Wiese an einem Bach statt. Festinstallierte „Spielgeräte“, d.h. Gegenstände, die zum Spiel genutzt werden, sind: ein Sandhaufen, ein Baumstamm, ein Holzbalken, ein Spieltisch, ein hölzerner Zaun, ein Kletterbaum und ein Reck.

Die sich ab dem Ende des Mittelalters langsam entwickelnde schrittweise gesellschaftliche „Entdeckung“ oder „Erfindung“ der Kindheit als eigener Lebensabschnitt spiegelte sich auch in der zunehmend differenzierteren Gestaltung von Freianlagen für Kinder wider.


Belehrung und Unterweisung

Von der frühen Neuzeit bis zur Zeit der Aufklärung wurden Freianlagen für Kinder, wenn überhaupt, dann nahezu ausschließlich mit dem Ziel der Belehrung und Unterweisung oder zur Erholung vom Lernen geschaffen.

Die ersten für Kinder geschaffenen Freianlagen in der Renaissance waren botanische Gärten im Zusammenhang mit Bildungseinrichtungen. Der Ulmer Stadtbaumeister Joseph FURTTENBACH stellte 1635 in seiner „Architectura vniversalis“ den Grundriss einer Schule vor. Das Gebäude schließt vier Gartenhöfe, das heißt zwei „Küchengärtten“, einen Baumgartten“ und einen „Blumengartten“, ein. Im „Baumgartten und „Blumengartten“ sollten „die Innwohner ihr Recreation haben können“ (FURTTENBACH, 1635, Tafel 16 u. S. 47).

Am Ende des 17. Jahrhunderts entstanden die ersten vereinzelten Schülerarbeitsgärten. Auf Veranlassung von Herzog ERNST I VON SACHSEN, genannt der Fromme (reg. 1640-1675), wurde in Gotha ein Kräutergarten an einer Schule anlegt, um die Pflanzenkenntnisse der Kinder zu verbessern.

 

„Erster Grundriß zu der Schule“ (aus: FURTTENBACH, 1635, Tafel No. 16)

Spieleinrichtungen für Erwachsene in den Gärten

Seit der Renaissance wurden in herrschaftlichen Gärten des Adels und wohlhabenden Bürgertums Räume für Erwachsenenspiele eingerichtet.

In den Gärten wurden z.B. Schießscheiben aufgestellt. Besonders verbreitet waren Kegel-, Kugel- und Kricketspiele, welche oft in den Kabinetten des Bosketts auf eigens angelegten „Spiel-Plätzen“ stattfanden. So gab es in der Renaissance und der Barockzeit spezielle Plätze bzw. Bahnen für das Passspiel und das Mailspiel (z.B. Hortus Palatinus in Heidelberg). Brettspiele wurden in monumentale Maßstäbe übersetzt. Schaukeln, Wippen und Karussells wurden besonders im Rokoko als erotisierend-kokettes Spiel eingesetzt.

Im Barock war das Spiel ein wichtiger Teil der Gartenkunst. Eine Besonderheit war der Pillnitzer Schlossgarten bei Dresden, der unter dem sächsischen Kurfürsten und König von Polen, AUGUST DEM STARKEN, in den 1720er Jahren so gestaltet wurde, dass die gesamte Anlage einzig und allein dem höfischen Spiel und der höfischen Festkultur gewidmet war. Die zahlreichen Spieleinrichtungen dienten in erster Linie dem Vergnügen des erwachsenen Publikums. In diesen Anlagen  spielten Kinder mit den Erwachsenen als „kleine Erwachsene“ nach deren Regeln. Dies beweist jedoch noch nicht, dass die Kinder in den Gärten nicht auch eigene „Nichterwachsenenspiele“ gespielt haben. Es wird vielmehr deutlich, dass die Gärten ausschließlich für Erwachsene geplant und angelegt waren.

Erst kurz vor 1800 entstanden in den Privatgärten auch erste Kinderspielbereiche, die mit speziellen Kinderspielgeräten ausgestattet wurden. Hier zeigte sich eine auffällige zeitliche und sicher nicht zufällige Parallelität zum Aufkommen der ersten bürgerlichen Kinderspielstuben in der Zeit um 1800.

Stärkung von Körper und Geist

Rekonstruiertes Turngerät auf dem historischen Gymnastikplatz in Schnepfenthal in Thüringen

Die Zeit der Aufklärung und die Herausbildung einer bürgerlichen Kultur ab etwa 1750 brachte die endgültige Wertschätzung der Kindheit mit sich. Die Philanthropen dieser Zeit, allen voran BASEDOW in Dessau sowie SALZMANN in Schnepfenthal bei Gotha, entwickelten detaillierte Bildungskonzepte, bei denen die Aneignung und Nutzung des Freiraums eine bedeutende Rolle spielte. Wesentliche Bestandteile dieser ganzheitlichen Erziehung und Bildung waren die Gartenarbeit, die Durchführung von Leibesübungen sowie die Naturanschauung auf Spaziergängen, Wanderungen und Fahrten. In das Bildungsprogramm der Neuzeit für Kinder führten die Aufklärer die gymnastischen und turnerischen Übungen sowie die zielgerichtete Aneignung von Natur und Landschaft ein. Auch angeleitete Bewegungs- und Gesellschaftsspiele wurden von den Philanthropen gefördert. Die Leibesübungen und die Gartenarbeit unter ständiger Anleitung eines Lehrers wurden vor allem von den rationalen Aufklärern als ein probates Mittel im Kampf gegen die „Selbstschändung“, d.h. die Masturbation, angesehen.

1785 legte GUTSMUTHS auf einem bewaldeten Hügel in der Nähe der Erziehungsanstalt Schnepfenthal einen Gymnastikplatz für die dortigen Zöglinge an.

Gedenktafel (Johann Christoph Friedrich Gutsmuths) in Schnepfenthal

Die Lage und Gestaltung dieses Platzes wurde zum Vorbild für die Gestaltung der im Rahmen der Turnerbewegung JAHNS ab 1811 entstehenden Turnplätze. Die relativ wenigen, aber in ganz Deutschland verbreiteten Turnplätze der Turnervereine ermöglichten erstmals die zielgerichtete körperliche Betätigung auf speziell angelegten Plätzen außerhalb des schulischen Zusammenhangs. Bei diesen öffentlichen Turnplätzen schadete es laut JAHN nichts, wenn diese in beträchtlicher Entfernung zu den Wohngebieten angeordnet waren, „ja es wäre ein selbst ein ¾ bis 1 Stunde weit gelegner einem weit näheren, minder brauchbaren vorzuziehen. Denn für Kinder von acht bis neun Jahren ist die Übung im G e h e n schon sehr wichtig“ (JAHN & EISELEN 1816, 202).


Entstehung der ersten gemeinschaftlichen Kinderspielplätze

Für das freie selbsttätige Spiel der Kinder hatten Pädagogen in der Zeit der Aufklärung jedoch noch kein Verständnis. Im Zuge der zunächst zögerlich einsetzenden Industrialisierung entstanden ab den 1820er Jahren verstärkt Kleinkinderbetreuungseinrichtungen und auch schon allererste städtische Kinderspielplätze. Zu diesen „Kleinkinderschulen“ und „Kleinkinderbewahranstalten“ gehörten auch Spielgeräte, die in den Außenanlagen aufgestellt wurden. Diesen ersten gemeinschaftlichen Spielplätzen lag jedoch noch kein differenzierter pädagogischer Ansatz zugrunde. Dies änderte sich erst durch den Pädagogen Friedrich FRÖBEL, den Begründer und Namensgeber der Kindergartenbewegung. Er entwarf 1839 den Außenraum für den ersten Kindergarten in Blankenburg. Der Außenraum, d.h. der Garten, trug wesentlich zur Begriffsprägung seines pädagogischen Grundkonzeptes „Kindergarten“ bei. Im Garten des ersten Kindergartens wurde gelernt, gearbeitet und gespielt. Es gab Anschauungsbeete zum Lernen. Jedes Kind hatte ein eigenes Beet zum Arbeiten. Gemeinsam wurde auf einem Laufspielplatz und einem Bauspielplatz gespielt. Mit dem selbsttätigen Spiel fügte er der Pädagogik eine dritte gleichberechtigte Säule hinzu. Mit seinem halböffentlichen Charakter und dem hierfür gezielt geplanten Besucherbereich gehört der Garten des ersten Kindergartens an den Beginn der Entwicklungslinie zur modernen öffentlichen Freianlage für Kinder und weist damit weit über das 19. Jahrhundert hinaus. Bemerkenswert ist, vor allem im Vergleich mit der später stattfindenden Entwicklung am Ende des 19. Jahrhunderts, dass diese ersten, noch halböffentlichen FRÖBELschen Spielplätze kein Ersatz für in der Großstadt fehlende Natur waren. Sie waren vielmehr Bestandteil eines pädagogischen Konzepts, welches zunächst mit Bauern- und Kleinbürgerkindern einer ländlichen Region erprobt wurde.

Die Anlage von öffentlichen Kinderspielplätzen vor 1850 ist als eine absolute Ausnahme zu betrachten. In größerem Umfang wurden öffentliche Spielplätze erst ab den 1870er und 1880er Jahren angelegt, in sehr vielen Städten auch erst ab der Wende zum 20. Jahrhundert.

Der langsame Aufschwung der öffentlichen Anlagen für Kinder (1850 bis 1900)

Lebensbedingungen und Spielmöglichkeiten für Kinder in der Stadt

Die stürmische Industrialisierung und Stadtentwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschlechterte zunächst die Lebensbedingungen eines Großteils der Bevölkerung, insbesondere der Kinder. 1910 befanden sich in Berlin 48 Prozent aller Wohnungen in Mietskasernen, die in den Hinterhöfen der eigentlichen Mietshäuser standen und keine Fenster zur Straße hin hatten (vgl. FESSER, 2000, 20). Diese Mietskasernen erhielten kaum Sonnenlicht und frische Luft. Eine Befragung von Berliner Schulkindern ergab 1912, dass 70 Prozent von ihnen keine Vorstellung davon besaßen, was ein Sonnenaufgang ist. 87 Prozent wussten nicht, wie eine Birke aussieht. 53 Prozent hatten noch nie eine Schnecke und 89 Prozent noch nie einen Fluss gesehen (vgl. STEIN, 2000, 227). Die Städte insgesamt und insbesondere die Arbeiterviertel waren durch ein enormes Freiflächendefizit gekennzeichnet. So gab es beispielsweise in Berlin um 1900 neben dem kaiserlichen Tiergarten nur vier große Parkanlagen – den Friedrichshain, den Humboldthain, den Treptower Park und den Victoriapark –, die alle am damaligen Stadtrand lagen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts spielten für die Gartenkünstler neben Friedhöfen und Promenaden nur Stadtparks und Stadtplätze als öffentliche Gestaltungsaufgaben eine wesentliche Rolle. Zur Kompensation der fehlenden Grünversorgung der Mietskasernenviertel waren diese repräsentativen Anlagen jedoch nicht geeignet, da sie nur vereinzelt im Stadtgebiet lagen und hauptsächlich zur Steigerung des Wohn- und Mietwertes in den Vierteln der wohlhabenderen Schichten der Bevölkerung angelegt wurden (vgl. BAUMANN, 2002, 31). Von der mangelhaften Grünversorgung waren insbesondere die Kinder betroffen. Dieser Missstand wurde bereits kurz nach dem Einsetzen der Industrialisierung erkannt. In den engen Wohnvierteln der Arbeiter fehlte es an ausreichenden und vor allem hygienischen und sicheren Spielflächen. In Bezug auf die Bedingungen in der westlichen Vorstadt von Leipzig äußerte sich der Pädagoge und Begründer der Schreberbewegung HAUSCHILD 1864: „Unsere Kinder sind, wie die bedauernswerten Kinder der inneren Stadt mit ihren Spielen auf das unerquickliche und gefahrdrohende Straßenpflaster auf kleine feuchte Höfe, auf winzige Gärtchen angewiesen“ (HAUSCHILD, 1864, zit. nach MANGNER, 1884, 36). Im 19. Jahrhundert durften Kinder Parkanlagen zumeist nicht ohne Aufsicht betreten. Dies betraf sowohl fürstliche als auch städtische Anlagen, die der Öffentlichkeit zugänglich waren.
                                                                      

Teilweise war dies ausdrücklich in den Parkordnungen vermerkt. Das eigenständige Betreten öffentlicher Parkanlagen durch Kinder war noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit und hing im Wesentlichen vom Wohlwollen der jeweiligen Parkverwaltungen ab. Aber auch die Spielplätze in den öffentlichen Anlagen wurden beaufsichtigt und hatten feste Öffnungszeiten. So wurde der Spielplatz im Humboldthain in Berlin um 7 Uhr abends geschlossen (vgl. BAEDEKER, 1887, 119). Viele der Dresdner Spielplätze wurden vor dem Ersten Weltkrieg von Vereinen unterhalten. Spielen war dort oftmals nur unter Aufsicht und/oder Anleitung der Vereinsmitglieder möglich. Beaufsichtigung der Spielplätze durch Erwachsene auf freiwilliger Basis oder auch durch städtische „Platzaufseher“ war bis in die 1920er Jahre üblich (vgl. BUTENSCHÖN, 2007, 259 ff.).

„Mariendorf: Partie vom Kinder-Spielplatz“, Historische Ansichtskarte um 1900 (Quelle: LANDESARCHIV BERLIN) Ohne die eindeutige Bezeichnung würde niemand vermuten, eine Aufnahme eines Kinderspielplatzes vor sich zu haben. Der eigentliche Spielbereich scheint nicht „bildwürdig“ zu sein. Auch die herausgeputzten, sorgsam in der Schmuckanlage platzierten Kinder zeugen von dem ausgeprägten bürgerlichen Repräsentationsbedürfnis.

Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten in den Anlagen der Gartenkünstler

Die Gärtner und Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts berücksichtigten in ihren theoretischen Schriften Freianlagen für Kinder gar nicht oder nur als ein eher randständiges Thema. Erst ganz am Ende des Jahrhunderts bahnte sich, auf äußeren Druck hin, ein zunächst recht zögerliches Umdenken an. Spielplätze wurden von den Gartenkünstlern nun, um den Kunstgenuss im Park nicht zu stören, in Randbereichen der Anlagen eingeplant und zumeist als notwendiges „Übel“ geduldet.

Die wahrscheinlich ältesten wirklich öffentlichen Kinderspielplätze Deutschlands wurden bereits im Jahr 1829 in den Dresdner Wallgrünflächen angelegt und können durchaus als frühe Vorläufer des „typischen“ Spielplatzes der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts betrachtet werden. Der für die Planung der Wallgrünanlagen zuständige Hofgärtner C. A. TERSCHEK schlug vor, zwei solche Plätze in den Wallanlagen einzurichten. Zudem könne man dann, so die Hoffnung des Hofgärtners, die Kindermädchen mit den Kindern auf die entsprechenden Plätze verweisen und dadurch die übrigen Anlagen schonen.

Es wurden ein größerer und ein kleiner Kinderspielplatz im Wallgrün angelegt; beide Plätze waren einfache, von Gehölzflächen umstandene Rasenflächen mit Bänken (vgl. ausf. BUTENSCHÖN, 2007, 130f.). Diese beiden Dresdner Kinderspielplätze stehen als singuläre Beispiele in der Zeit vor 1850. Gerade die Funktionsumkehr, dass heißt durch den Verweis auf die Spielplätze die streng reglementierte Nutzung der übrigen Anlagen nicht zu stören und Kinderspielplätze nicht primär für die Kinder, sondern zur „Schonung“ der übrigen Anlagen einzusetzen zeigt bereits die im 19. Jahrhundert vorherrschende Grundrichtung der gartenkünstlerischen Gestaltungsgrundsätze für solche Anlagen an. Ein festabgegrenzter und umpflanzter Bereich in einer etwas abseitig gelegenen Parkpartie war hierfür typisch. Spezielle Ausstattungen fehlten sehr häufig. Wenn Einrichtungen vorhanden waren, beschränkten sich diese meist auf Bänke für die erwachsenen Aufsichtspersonen bzw. einige Spieltische und Sandhaufen für die Kleinsten. Diese Spielplätze waren zumeist dicht abgepflanzt und/oder mit schattenspendenden, rasterförmig gepflanzten Bäumen bestanden. Typische Grundform für größere Spielplätze und Turnplätze war das oft Hippodrom.

„Karthäuser Ufer Erfurt, den 09. Februar 1903 Der Stadtgartendirektor LINNE. M1:250“
Spielplatz in der Grünanlage am Karthäuser Ufer in Erfurt. (STADTARCHIV ERFURT, Planarchiv, ohne Signatur, Ausschnitt). Rechts oben der in Randlage befindliche, ringsum abgepflanzte Spielplatz ein einfacher Kiesplatz mit Erwachsenenbänken auf dem Spielen, im Gegensatz zu den übrigen Anlagenteilen, erlaubt war.


Die Schreberbewegung – Spielplätze und Kleingärten

Die Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts nahmen sich also nur zögerlich der Gestaltung von öffentlichen Freianlagen für Kinder an. Trotzdem wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zunehmend Anlagen für Kinder geschaffen. Ideengeber und Initiatoren waren jedoch in erster Linie Mediziner, Pädagogen und sonstige um die Gesundheit der Kinder und Heranwachsenden besorgte Personen. Eine wichtige Rolle spielte hierbei die von Leipzig ausgehende Schreberbewegung. Heute werden im allgemeinen Sprachgebrauch vielfach Schrebergärten und Kleingärten gleichgesetzt. Dass das ursprüngliche Grundanliegen der Schreberbewegung darin bestand, Spielflächen für Kinder zur Verfügung zu stellen, ist weithin in Vergessenheit geraten. Der Mediziner und Hochschullehrer Daniel Gottlob Moritz SCHREBER, der Namensgeber der Bewegung, war ein Vordenker in Bezug auf die Einrichtung von öffentlichen Spielflächen für Kinder. Mit Kleingärten und der Gartenkultur hatte er allerdings gar nichts im Sinn. Ausgangspunkt seiner Intentionen war die Freiflächensituation für Kinder in den deutschen Großstädten um 1860. So beklagte er bereits 1861 den Mangel an Spielflächen, das diesbezügliche Nichtstun der Gemeindebehörden, die polizeiliche Vertreibung von spielenden Kindern und das Verschwinden althergebrachter Kinderspiele in den Städten. Daraufhin forderte er die Bereitstellung geeigneter Flächen bzw. die Neuanlage von öffentlichen Kinderspielplätzen. Der Pädagoge und enge Freund Schrebers, Ernst Innocent HAUSCHILD, knüpfte an die Ideen SCHREBERS an. Er gründete 1864 in Leipzig einen Erziehungsverein, der nach dem 1861 verstorbenen Schreber benannt wurde. Erklärtes Kernziel diese ersten Schrebervereins war, neben Vorträgen, Hinweisen und Informationen in Erziehungsfragen, die „Beschaffung eines geräumigen, staubfreien, sicheren Spielplatzes für die Kinder der Westvorstadt“ (MANGNER, 1884, 37). 1865 wurde der erste Schreberplatz, der zunächst nur aus einer einfachen, von der Stadt gepachteten Wiesenfläche bestand, für das Kinderspiel freigegeben. „Der Platz war ein einfacher Wiesenplan, ohne Einfriedigung, ohne schattenspendende Bäume und [ohne] den belebenden Kranz grünender Gärten.“ Bis 1868 bestand der Platz in dieser einfachen Form. 1868 hatte war geplant, „Kinderbeete“ anzulegen, doch „es wollte nicht recht damit gehen und so wurden aus den Kinderbeeten Familienbeete“, die am 7. Juni 1869 „eingeweiht“ wurden und sich schnell zu Kleingärten mit Lauben weiterentwickelten. Von da an – bis in die 1920er Jahre – bestand eine Schreberanlage stets aus einem Kinderspielplatz und Kleingärten. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in vielen deutschen Städten Schrebervereine gegründet. Ein Schreberverein ohne Spielplatz war undenkbar. Auf den Schreberplätzen dominierte das angeleitete Spiel. Eine strenge Kontrolle war stets gewährleistet. Eine vom jeweiligen Vorstand eingesetzte „Spiel-Kommission“ sorgte für „die Leitung der Knabenspiele, der Mädchenspiele, die Aufsicht auf dem Spielplatze, die Versorgung der Wirtschaft. [...] Eine genügende Anzahl ihrer Mitglieder, Herren und Damen, hatte an jedem regenfreien Nachmittag auf dem Spielplatz anwesend zu sein, um die Spiele zu leiten oder zu beaufsichtigen, die Gerätschaften zu verabfolgen und wieder aufzubewahren. […] Der Spielleiter hat […] die Aufgabe, die Kinder nicht nur dem Spiele zuzuführen und sie mit demselben bekannt zu machen, sondern diese selbst auch sittlich zu überwachen“ (MANGNER, 1884, 47- 49).

„Oeffentl. Spielplatz in Schandau a./Elbe“ (aus: BERTRAM, 1891, Tafel XIX).
Durch den in der für die Gartenkünstler typischen hippodromförmigen Grundform gestalteten einfachen Rasen-Spielplatz ohne Einrichtungen sollten die lärmenden Kinder von der repräsentativen Elbpromenade ferngehalten werden. Laut Gartenkünstler Max Bertram war hierfür „ nichts geeigneter als wenn man den Kindern einen derart abgeschlossenen, aber auch geschützten Platz anweisen kann, wo ihnen zugleich auch die gebührende Überwachung zu Teil werden kann“ (BERTRAM, 1891, 29).

Die Spielbewegung – weitere Initiativen für mehr Spielplätze in der Stadt

Einen besonderen Aufschwung nahm die sogenannte „Spielbewegung“ in den 1890er Jahren, als sich der staatlich geförderte „Zentralausschuss zur Förderung der Volks- und Jugendspiele in Deutschland“ an die Spitze dieser Bewegung setzte. Die durch den Zentralausschuss initiierten Spielanlagen sollten u.a. mit dazu beitragen, die Wehrtauglichkeit der künftigen Rekruten zu verbessern. Schon in den 1870er Jahren wurden zahlreiche Vereine und Initiativen gegründet, die sich die öffentliche Wohlfahrts- und Gesundheitspflege auf ihre Fahnen geschrieben hatten. Bereits 1873 entstand beispielsweise der „Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege“.

„Schreberplatz der Westvorstadt zu Leipzig.“, 1894 (aus: Vereinigung der Landesdenkmalpfleger der BRD und Landesdenkmalamt Berlin, 2003, 168). Ein Kranz von Kleingärten umgibt den großen freien Spielplatz für angeleitete Gemeinschaftsspiele, der auch bereits mit einigen wenigen Turngeräten ausgestattet war. Eine „Spielhalle“ ermöglichte Spiele auch bei Regenwetter.

Weitere regionale Organisationen wie der „Niederrheinische Verein für Öffentliche Gesundheitspflege“ und viele andere folgten in allen Teilen Deutschlands. Ein Ziel dieser  Organisationen war die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Kinder. In diesem Zusammenhang wurde auch die Schaffung von öffentlichen Kinderspielplätzen propagiert. Gleiches gilt für zahlreiche medizinische und gesundheitsaufklärerische Schriften. Örtliche Vereine und Initiativen schufen aber auch selbst Spielplätze, um den offensichtlichen Mangel in der Ausstattung des öffentlichen Grüns zu beheben. So wurden in den großen Dresdner Grünanlagen Spielmöglichkeiten vorwiegend für kleinere Kinder eingerichtet. Diese Kleinkinderspielplätze wurden häufig auf Initiative von Bürgervereinen mit dem Ziel der Gesundheitsvorsorge angelegt (vgl. BUTENSCHÖN, 2007, 256). Im Jahr 1900 besaßen bereits viele Gemeinden eigene (Kinder-) Spielplätze, wie eine zeitgenössische Umfrage beweist. In den zehn Jahren von 1890 bis 1900 verdoppelte sich die Anzahl der öffentlichen Spielplätze nahezu. Über drei Viertel der an der Umfrage beteiligten Städte waren zu diesem Zeitpunkt bereits mit Spielplätzen in irgendeiner Form ausgestattet. „Sehr erheblich ist durchweg die Zahl der Spielplätze gewachsen. Auf die, an 804 Orte mit mehr als 5.000 Einwohnern gerichteten Anfragen haben 615, also 74,6 Prozent geantwortet. Von diesen wird das Spiel in 457 Orten gepflegt. Die Zahl ihrer Spielplätze stieg von 1890 bis 1900 von 1.166 auf 2.092“ (BERGEMANN, 1900, 380f.).

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts rückten nun die Freianlagen für Kinder innerhalb von wenigen Jahren vom Rand in das Zentrum freiraumplanerischen Schaffens.

Öffentliche Freianlagen für Kinder als wesentlicher Bestandteil der Gartenarchitektur (1900 bis 1933)

Freianlagen für Kinder – ein Kern der Reformbewegung nach 1900

Am Ende der Weimarer Republik konstatierte der Düsseldorfer Gartenarchitekt Josef BUERBAUM in einer Werbebroschüre in Bezug auf die Planung und den Bau von öffentlichen Freianlagen: „Das Wichtigste aber sind die Kinderspielplätze, auch für die Kleinkinder. Die Plätze sind entsprechend der Bevölkerungsdichte zweckmäßig zu verteilen. Die Innenräume großer Wohnblöcke eignen sich dazu ganz besonders“ (BUERBAUM, o.J. [um 1932], 29). Öffentliche Kinderspielplätze, öffentliche Freiräume für Kinder überhaupt, waren zu einer wichtigen, ja zentralen Aufgabe im Berufsfeld vieler Gartenarchitekten geworden. Dies war 30 Jahre zuvor längst nicht selbstverständlich gewesen.

Im Zuge der allgemeinen Reformbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, den Bestrebungen zur Gesundheitsfürsorge aber auch den Bemühungen zur körperlichen Stärkung und Wehrertüchtigung der späteren Soldaten bzw. nach dem Ersten Weltkrieg als Ersatz für die weggefallene Wehrpflicht, entstand eine breite Bewegung zur Schaffung von öffentlichen Freianlagen für Kinder. Initiiert von Lehrern, Medizinern und Pädagogen wurden Freianlagen für Spiel und Bewegung gefordert und gefördert. Es wurden erste administrative Vorgaben und Freiflächenbedarfszahlen für den öffentlichen städtischen Freiraum und den Spielplatzbedarf entwickelt.

Spielplatzteil des Gustav-Adolf-Platzes (heute Mierendorffplatz) in Charlottenburg, ca. 1913, kurz nach der Neugestaltung nach Plänen von Gartendirektor Erwin BARTH (aus: BEZIRKSAMT CHARLOTTENBURG-WILMERSDORF, UMWELTAMT, 2005, 65)

Vor dem Hintergrund, die gesellschaftlichen Widersprüche durch vielfältige Reformbestrebungen zu lösen und damit auch revolutionären Bestrebungen entgegenzuwirken, wandelte sich auch das Berufsbild des vormaligen Gartenkünstlers zum Gartenarchitekten. Die Lösung von nahezu ausschließlich künstlerisch-dekorativen Problemen für eine (groß)bürgerliche Klientel verlor nun gegenüber der Gestaltung von benutzbaren Freiräumen für das, mittlerweile zumindest über ein Mindestmaß an Freizeit verfügende, „einfache“ Volk an Bedeutung. Die sozial orientierten Planer wandten sich, oft gegen den Widerstand der etablierten Gartenkünstler, zum Beginn des 20. Jahrhunderts von der tradierten Gartenkunst und den zugehörigen reinen Schmuckanlagen ab bzw. änderten ihre bisherige Gestaltungsauffassung. Auf dieser Grundlage wurde die, von verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen aus ganz unterschiedlichen Beweggründen eingeforderte und staatlich geförderte Schaffung neuer Spiel- und Erholungsflächen innerhalb von wenigen Jahren zu einer Kernaufgabe der im öffentlichen Bereich tätigen Gartenarchitekten.

Schmuckbereich des Gustav-Adolf-Platzes, 1913; Erwin Barth gelang es vorbildhaft, Spiel- und Erholungsfunktionen in einer Anlage zu kombinieren (aus: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Umweltamt, 2005, 58)

Die sich in der Weimarer Zeit herausbildende Stadt-, Regional- und Landesplanung setzte sich gezielt für den Erhalt und die Vernetzung von Freiflächen in den wachsenden Städten ein und plädierte für die Schaffung zusätzlicher Grünanlagen. Insgesamt bilden die, aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts überkommenen öffentlichen Freianlagen in vielen Städten (z.B. Berlin) bis heute das Grundgerüst des Stadtgrüns und sichern damit seit mehreren Generationen die Freiraumqualität für alle Altersgruppen. Erste kommunale Spielplatzkonzeptionen wurden entwickelt.


Kommunale Volksparks und Spielplätze – das öffentliche Grün wird benutzbar

Eine besondere Rolle spielten die sozialreformerisch ausgerichteten Garten- und Bauverwaltungen der Städte. Gartenämter unter der Leitung von Gartendirektoren wie Fritz ENCKE, Erwin BARTH, Carl HEICKE und Walther von ENGELHARDT konzipierten vielfältige soziale Planungen in ihren Städten. Aber auch Architekten und Stadtplaner wie Hugo KOCH und freie Gartenarchitekten wie Harry MAASZ, Friedrich BAUER oder Leberecht MIGGE trieben mit zahlreichen Publikationen und Beiträgen in Fachzeitschriften die Diskussion voran. In Veröffentlichungen und Gartenbauausstellungen wurden vorbildliche Anlagen, vor allem aus den USA und Großbritannien, vorgestellt. Diese beeinflussten die konkrete Gestaltung von Freianlagen, insbesondere die modernen Volksparks, nicht unerheblich.

Es waren vor allem die bereits genannten Personen, die den Diskurs bis zum Beginn der 1930er Jahre bestimmten. Erwähnenswert ist, dass sich viele einflussreiche Gartenarchitekten, die eher gärtnerisch-landschaftlich und weniger sozial orientiert waren, wie Willy LANGE oder Heinrich WIEPKING, dem Thema Freiräume für Kinder weitgehend verschlossen. Es entstanden nun neue Stadtplätze als kombinierte Spiel- und Erholungsplätze oder sogar als reine Kinderspielplätze. Im Zusammenhang mit der bereits vor dem Ersten Weltkrieg einsetzenden modernen Volksparkbewegung wurde die bisher strenge Reglementierung der Freiraumbenutzung hinterfragt. Rasenflächen wurden für Spiel, Sport und Erholung freigegeben. In den neuen Volksparks standen die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Altersgruppen, insbesondere der Kinder, im Mittelpunkt. Im Zentrum der neuen Volksparkanlagen stand fast immer die multifunktional nutzbare Spielwiese. Darüber hinaus gab es oft zusätzliche spezielle Spielangebote für Kinder, z.B. Eisbahnen, Sandspielplätze, Planschwiesen und Barfußstraßen. Waren die öffentlichen Spielplätze des späten 19. Jahrhunderts oft nur einfache Kiesflächen und höchstens mit etwas Sand versehen, so hielten nun nach und nach zusätzliche Einrichtungen auf den Spielplätzen Einzug. Unterstandshallen, Trinkbrunnen und Toilettenanlagen ergänzten oft die Ausstattung. Spiel- und Turngeräte waren zwar hier und da vorhanden, sie wurden jedoch relativ sparsam eingesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Volksparkbewegung fortgeführt und weiterentwickelt. Es entstanden neue Spiel- und Erholungsanlagen für Kinder, u.a. wurden neue Bademöglichkeiten, Luft- und Sonnenbäder geschaffen und Rodelbahnen angelegt. Zu einer gewissen Konkurrenz zu den frei benutzbaren Spielwiesen entwickelten sich die meist von Architekten geplanten Sportanlagen für den Zuschauersport.

Rodelbahn Onkel-Toms-Hütte, Berlin Zehlendorf (aus: Dietrich, 1934, 44)

Häufig waren auch Lehrgärten, wie die „Botanischen Schulgärten“, öffentlich zugänglich und öffentlichen Parkanlagen angegliedert. In zahlreiche Kleingartenvereine, die außerhalb der Schreberbewegung standen, zog die Idee der „Jugendpflege“ ein. Viele Kleingärtner betrieben im Zentrum ihrer Gartenkolonie einen öffentlichen Spielplatz und führten betreute Spiele, Wanderungen und Ferienbetreuung mit Kindern durch. Besonders aktiv auf diesem Gebiet blieben jedoch die Schrebervereine mit ihrer, auch theoretisch fundierten, „Schreberjugendpflege“. Mit der Etablierung von Dauerkleingärten widmeten sich nun erstmals Gartenarchitekten der Konzeption von Kleingartenanlagen. Je nach Zielsetzung des Vereins gehörten hierzu auch Spielflächen.

Der Erste Weltkrieg und dessen Folgen beendeten endgültig die Phase der dekorativen Gartenkunst. Während des Krieges wurden verschiedene neue Freiraumkonzepte, in denen das Kind bzw. die Jugend eine Rolle spielten, wie z.B. „Jugendparks als Kriegerdank“ von Leberecht MIGGE, initiiert. Unmittelbar nach dem Krieg war die Planung von Freianlagen für Kinder neben Fragen des Siedlungs-, Kleingarten- und Selbstversorgerwesens zum zentralen Thema der kommunalen Freiraumplanung aufgestiegen. Eine starke kommende Generation sollte die Zukunft sichern. Spiel- und Sportanlagen sollten Ersatz für die weggefallene Wehrpflicht sein. Aus diesen Gründen, aber auch aufgrund der schlechten finanziellen Situation der Gemeinden, in denen reine Schmuckanlagen nun nicht mehr zeitgemäß waren, wurden Zieranlagen in Kinderspielplätze umgewandelt bzw. zusätzlich mit Spielplätzen ausgestattet. Das gestiegene Interesse an der Kinderfürsorge spiegelte sich ebenfalls in der vermehrten Anlage von öffentlichen Kindererholungsanlagen, Schülerarbeitsgärten, Freiluftschulen und Gartenarbeitsschulen wider.

 

Historische Postkarte: Planschwiese, Berlin, Schillerpark, um 1920

Spielplätze im Siedlungsbau

Auch im neuen Siedlungsbau nach dem Ersten Weltkrieg spielten Freianlagen für Kinder eine wichtige Rolle. In den einfachen, in „Primitivbauweise“ hergestellten Kleinsiedlungen, die nach dem Ersten Weltkrieg konzipiert wurden, waren Kinderspielplätze häufig die einzigen allgemein öffentlich zugänglichen Freiräume. Diese Siedlungen wurden unter starker Beteiligung der Gartenarchitekten verwirklicht. Dahingegen widmeten sich besonders die Architekten und nur wenige Gartenarchitekten der Gestaltung von Außenanlagen in den Großsiedlungen des Neuen Bauens. Wie bei den Kleinsiedlungen waren auch hier die Kinderspielplätze oftmals der einzige differenziertere Freiraumbestandteil. Anknüpfend an Ideen der Gestaltung von „Innengärten“, welche vor dem Krieg vor allem von dem Architekten Hugo KOCH konzipiert wurden, bildeten nun häufig Kinderspielbereiche in Verbindung mit Mietergärten das gestalterische Zentrum von Baublocks.

Neue phantasievolle Spielgeräte und Ausstattungen

Die Ausstattung der meisten Spielplätze mit Spielgeräten war bis weit in die 1920er Jahre in den meisten Städten sehr dürftig. Es dominierten bloße Kiesflächen, einzig der Sand als Spielmittel hatte seit dem Ende des 19. Jahrhunderts offenbar eine allgemeinere Verbreitung gefunden. Manchmal wurden auch schon vor dem Ersten Weltkrieg einzelne Turngeräte oder Rundläufe auf den Spielplätzen aufgestellt. Fanden Turngeräte noch die Gnade von offizieller Seite, wurden Rundlauf und Schaukeln vor dem Ersten Weltkrieg strikt abgelehnt. So hieß es 1911 von Seiten des Zentralausschusses für Volks- und Jugendspiele: „Von der Aufstellung einer Schaukel und ebensowohl eines Rundlaufes ist durchaus abzuraten. [...] Anders liegt die Sache hinsichtlich eines Schwebebaumes, der wenigstens bei Spielplätzen von mehr als 350 qm zweckmäßig angebracht werden kann“ (SCHMIDT, 1911, 20).

So bestand der durchschnittliche Kinderspielplatz in den 1920er Jahren, neben einer Umfriedung, Umpflanzung bzw. Abtrennung von der Umgebung, aus einer wassergebundenen Oberfläche, Sitzbänken für die Erwachsenen (meist am Rande der Anlage) sowie einem oder mehreren Sandspielbereichen (Sandbecken oder Sandkisten). Bei aufwändiger gestalteten Plätzen kamen weitere Elemente wie Spielrasen, Spieltische, Trinkbrunnen, Zierpflanzungen, Unterstandshallen, Bedürfnisanstalten, Planschbecken und anderes mehr hinzu. Nun hielten langsam auch Spielgeräte im engeren Sinne erstmals im größeren Stil Einzug auf den Spielplätzen. Hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied zur Kaiserzeit, da nun auch für die größeren Kinder – für die Kleineren war Sand schon damals das Spielmittel Nr. 1 – Spielgeräte angeboten wurden. Eine Ursache hierfür war sicherlich auch, dass sich die Kinder zwar weiterhin nur unter Aufsicht auf den Plätzen bewegen, sich aber nun die Geräte eigenständig aneignen konnten. Im Vergleich z.B. zu den Kinderspielplatzanlagen der Schrebervereine, überhaupt zu den Spielplatzanlagen der Vorkriegszeit, verloren die angeleiteten und organisierten Spiele offenbar tendenziell an Bedeutung. In der Zeit der Weimarer Republik wurden zwar zahlreiche neue Spielgeräte eingeführt bzw. erprobt, diese hatten jedoch keine allgemeinere Verbreitung gefunden. Spielgeräte im engeren Sinne wurden auf den öffentlichen Spielplätzen der Weimarer Zeit eher sparsam eingesetzt. Dies bestätigt auch ENCKE (1929, 18) in Bezug auf die für ihre Zeit vorbildlich und überdurchschnittlich gut ausgestatteten Hamburger Spielplätze: „Hier und da trifft man auf den Plätzen auch noch Schwebebäume, Schaukeln und andere Turn- und Spielgeräte an“, das heißt, auch dort war längst nicht jeder Spielplatz auch mit Spielgeräten ausgestattet. Die wichtigsten „Spielgeräte“ in den öffentlichen Anlagen waren weiterhin der Rasen, der Sand und das Wasser. Zusätzliche Springstrahlen konnten den Reiz der Planschbecken erhöhen (vgl. ENCKE, 1929, 18 oder LINGENAUBER, 2001, 34).

Zentrale öffentliche Grünanlage im Wohngebiet Hölderlins-Allee, Hamburg (aus: Adler, 1931, 229)

Plastiken als Kunstwerke und Spielgeräte

In den 1920er Jahren fanden vermehrt Plastiken in den öffentlichen Grünanlagen Verwendung. Dieses gestiegene Bedürfnis nach Kunstwerken im Freiraum entwickelte sich auch aus der klaren, sowie weitgehend ornament- und schmuckfreien Formensprache des modernen Bauens. Der Bildhauer Rudolf BOSSELT stellte 1928 auf der Jahresversammlung des Bundes Deutscher Gartenarchitekten die These auf, dass Sachlichkeit und nüchterne Lebensnotwendigkeit einen Menschen allein nicht restlos zufrieden stellen könnten und daher das plastische Kunstwerk einem inneren Bedürfnis des Menschen entsprechen würde (vgl. BOECKING, 1928, 102). Diesen Grundsätzen entsprechend wurden nun verstärkt Spielplätze, vor allem, aber nicht nur, in den Siedlungen des neuen Bauens mit hauptsächlich figürlichen Kunstwerken ausgestattet. Eine neue Entwicklung war, dass Skulpturen selbst zu Spielgeräten wurden bzw. Spielgeräte künstlerisch gestaltet wurden. So wurden Ende der 1920er Jahre auch auf Spielplätzen in den Hamburger Großsiedlungen Tierplastiken aufgestellt, die gleichzeitig als Spielgeräte zu verwenden waren. Dort gab es „Krokodile aus Holzstämmen zum Klettern […], Pferdeplastiken aus Klinkern“, auf denen man reiten konnte sowie ein „bös dreinschauendes Fabeltier und einen schnaubenden Delphin“ (SCHÖNBOHM, 1931, 145 und Abb. 79). In Berlin erhielt eine ganze Siedlung ihren Namen auf Grund der bildkünstlerischen Ausstattung eines Kinderspielbrunnens. Den zwei, auf Postamenten im Wasser liegenden Pferdeskulpturen des Künstlers Hans METTEL verdankte die Flusspferdhofsiedlung in Hohenschönhausen ihre volkstümliche Bezeichnung (vgl. LINGENAUBER, 2001, 34).

„Ausstattung für sogen. Kleinkinderstuben (l. Werkzeichnung, r. ausgeführt)“, Hamburg (aus: ENCKE, 1929, 16)

Turnspielplätze

Gelegentlich wurden auch in öffentlichen Anlagen Laufbalken, Karusselle, Schaukeln und Wippen eingesetzt. Diese stärker gerätedominierten Spielanlagen für Kinder wurden in den 1920er Jahren auch als „Turnspielplätze“ bezeichnet. Übliche Ausstattungsgegenstände dieser Spielplätze waren beispielsweise in Hamburg: „Wippen, niedrige Wippbänke, Balancier- und Kletterstangen, Pfähle zum Bockspringen und Schaukeln“ (SCHÖNBOHM, 1931, 145). Seltener anzutreffen waren einseitig geneigte Kletterwände oder „durch Backsteine in den Erdboden gezeichnete Hinkspielfiguren“. Diese Spielfiguren wurden in Hamburg sogar „nach Angaben der Kinder gemacht“ und dienten anderen „Kindern als Vorbild für ihre Spiele“ (SCHÖNBOHM, 1931, 145). Auffällig ist das – aus heutiger Sicht – häufigere Fehlen von Rutschen Die Verbreitung der Rutschen bzw. Rutschbahnen war relativ gering. Im US-amerikanischen Spielplatz gehörte dieses Gerät jedoch bereits lange zum Standardrepertoire (vgl. KOCH, 1921, 77f.). Obwohl es vereinzelt auch in Deutschland schon Rutschbahnen gab, z.B. im Volkspark Wuhlheide oder auch in Privatgärten, verbreitete sich dieses heutige „Standardgerät“ erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Neuerung waren zu dieser Zeit offensichtlich die großen Klettergerüste aus zusammengeschweißten Metallrohren. Kurt SCHÖNBOHM beschrieb 1932 ein solches Gerüst auf einem Hamburger Spielplatz (SCHÖNBOHM, 1931, 146ff.). Diese Rohrgerüste scheinen aus den USA nach Europa gekommen zu sein. Hugo KOCH stellte bereits 1913 amerikanische Spielplätze vor, auf denen Klettergerüste zu sehen waren (vgl. KOCH, 1921, 77).

Erfolgskontrolle ?

Auffällig ist allerdings das fast völlige Fehlen einer kritischen Reflexion oder Erfolgskontrolle der Gestaltung von Freiflächen für Kinder durch die Gartenarchitekten. Eine sachliche Kritik an der konkreten Ausbildung und Ausstattung fand nur äußerst selten statt. Über das eigentliche Spiel der Kinder, die alters- oder geschlechtsspezifische Nutzung von Spielgeräten, den Spielwert der Anlagen und den Aktionsradius der Kinder wurde so gut wie nie diskutiert. Eine der wenigen Ausnahmen war der Gartenarchitekt Ludwig LESSER, der sich 1927 mit der altersgerechten Gestaltung der Kinderspielplätze in den Volksparkanlagen beschäftigte (LESSER, 1927, 47 ff. zit. nach LESSER-SEYRAC, 1995, 22).. Die Methoden der empirischen Sozialforschung wie Befragungen oder Beobachtungen waren in der Freiraumplanung noch weitgehend unbekannt und wurden demzufolge nicht von den Gartenarchitekten benutzt. Auch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit pädagogischen oder medizinischen Konzepten und Erkenntnisse zum Verhalten und den Bedürfnissen der Kinder, sowie eine diesbezügliche Berücksichtigung im Planungsprozess fanden offenbar nicht statt. Die Planungen orientierten sich sehr oft am „Üblichen“ und an bekannten vorbildhaften Anlagen. Zusätzlich sorgte der Nutzungsdruck der dichtbevölkerten Stadtviertel, verbunden mit der hohen Anzahl Kinder pro Familie dafür, dass auch weniger attraktive Anlagen viel besucht wurden, der Gestaltung also meist „sichtbare“ Erfolge beschieden waren.

Die Marginalisierung des öffentlichen Freiraumes für Kinder im Nationalsozialismus

Öffentliche „Frei“räume in der Diktatur?

Problematisch für die Untersuchung der Geschichte der öffentlichen Freiräume für Kinder in der Zeit des Nationalsozialismus ist die Tatsache, dass es in der Zeit des „Dritten Reiches“ keine Öffentlichkeit im demokratischen Sinne gab. Öffentlichkeit bedeutet die „Zugänglichkeit von Informationen, Kommunikation und Beteiligungsmöglichkeiten für einen unbegrenzten Kreis von Personen“. Für einen öffentlichen Freiraum bedeutet dies, dass dieser prinzipiell für alle Personen zugänglich und benutzbar sein muss. Von der Nazi-Diktatur wurden systematisch bestimmte Personengruppen (u.a. Juden, politische Gegner, geistig Behinderte, Sinti und Roma usw.) aus der sogenannten „Volksgemeinschaft“ verdrängt, durch Gefängnis oder Ermordung entfernt bzw. in ihren Freiheitsrechten stark eingeschränkt. Dies betraf auch und insbesondere den vormals öffentlichen Raum und die städtischen Garten- und Parkanlagen. Schrittweise wurde dort der Ausschluss der jüdischen Bevölkerung betrieben. So durften Juden nur bestimmte, für sie gekennzeichnete Bänke benutzen bzw. für sog. „Arier“ wurden eigens Bänke reserviert. Darüber hinaus wurden in den Kommunen Teilbereiche von Gärten oder ganze Parks für die als Juden klassifizierten Bürger gesperrt (vgl. hierzu KELLNER, 2007 und ausführlich FISCHER & WOLSCHKE-BULMAHN, 2006 und 2007). Die allgemeine und öffentliche Parknutzung war durch diese Restriktionen unterbunden. Auch die Zerstörung der Volksparkbewegung durch die Nationalsozialisten verhinderte eine freie und ungelenkte öffentliche Parkaneignung. Wird der Terminus „öffentlich“ trotzdem im Folgenden benutzt, meint er Anlagen, die nicht einer bestimmten Organisation zugeordnet und als zumeist kommunale Anlage für die sogenannten „Arier“ zugänglich waren. Die Beschränkung auf diese „öffentlichen“ und die wenigen neugeschaffenen kommunalen Anlagen ergäbe jedoch noch kein umfassendes Bild. Die Auseinandersetzung mit den Freiraumtypen für Kinder, mit denen sich die Nationalsozialisten und ihre mehr oder weniger freiwilligen Erfüllungsgehilfen, die „Gartengestalter“ und Architekten vorrangig beschäftigten ist notwendig, da sie von sehr vielen, im Falle der schulischen und HJ-Einrichtungen von fast allen, sog. „arischen“ Kindern benutzt werden mussten und die wirkliche Freizeit der Kinder auf ein Minimum reduziert war.


Extremer Bedeutungsverlust der öffentlichen Spielanlagen für Kinder

Die Zeit des Nationalsozialismus wurde durch einen radikalen Bedeutungsverlust des öffentlichen Freiraumes für Kinder geprägt. Durch die Gleichschaltung und Neuausrichtung des Berufsstandes der Gartenarchitekten, die Zerstörung der Volksparkbewegung und die Siedlungspolitik der Nationalsozialisten wurden öffentliche Freianlagen für Kinder zu einem unbedeutenden Randthema. Die Gestaltung von städtischen öffentlichen Anlagen und insbesondere die Gestaltung von Spielanlagen verloren auf Kosten anderer Aufgaben der Grün-, Garten- und Landschaftsgestaltung im engeren Sinne sowie der Friedhofs- und Gedenkstättenplanung an Bedeutung. Die Nationalsozialisten zerstörten die demokratische Volksparkbewegung innerhalb kürzester Zeit. Dadurch wurden auch die gestalterisch eng mit dem Volkspark verbundenen Freianlagen für Kinder obsolet. Die Siedlungspolitik im Dritten Reich favorisierte Kleinsiedlungen und den Bau von Eigenheimen, jeweils mit Gartenzulage. Dort wurden öffentliche Anlagen für Kinder nicht für notwendig gehalten. In den Großsiedlungen, die ab 1938 wieder projektiert wurden, spielten, sieht man von sehr wenigen Ausnahmen ab, öffentliche Freiräume für Kinder ebenfalls so gut wie keine Rolle. Aus der Fachdiskussion der „Gartengestalter“ verschwand das Thema des öffentlichen Kinderspiels recht rasch. Die Gartenschauen und Ausstellungsgärten der 1930er Jahre dokumentieren ebenfalls den Wandel des Berufsfeldes und zeugen vom Bedeutungsverlust öffentlicher Spielanlagen.

Parkbank mit der Aufschrift „NUR FÜR ARIER“, Foto, ca. 1938 (Quelle: Photo Archive of the Institute of Contemporary History and WIENER LIBRARY, London, 2007)

Eine systematische Zerstörung der existierenden öffentlichen Freianlagen für Kinder hat jedoch nicht stattgefunden. Die älteren, vor allem in der Weimarer Republik angelegten, städtischen Kinderspielplätze existierten immer noch und wurden auch eifrig benutzt. Die Schaffung neuer, kommunaler Spielplätze wurde den, finanziell mit zahlreichen Sonderaufgaben des NS-Staates bereits stark belasteten Kommunen als deren freiwillige Aufgabe überlassen. In der Zeit des Nationalsozialismus hat es keine gesonderten städtischen oder staatlichen Budgets oder staatlich forcierte Programme für die Neuanlage von Spielplätzen gegeben, ganz im Gegenteil zur Neuanlage von Thingplätzen, HJ-Heimen oder Ähnlichem. Für diese sehr stark staatlich vorangetriebenen Bauvorhaben zur Indoktrination der Kinder gab es jedoch auch keine gesonderten Mittel. Die Gemeinden mussten sie trotzdem durchführen. Die Arbeitskräfte wurden zum großen Teil durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen bereitgestellt, alle weiteren Kosten hatte die „betroffene“ Kommune aus Eigenmitteln zu zahlen. Die Kommune wurde gewissermaßen zur Umsetzung gezwungen. Die Aufbringung der Gelder bereitete den Städten sehr große Schwierigkeiten, so dass für freiwillige Aufgaben wie die Einrichtung von Kinderspielplätzen so gut wie kein Interesse und auch kaum finanzielle Mittel existierten. Die Kommunen als Hauptträger der öffentlichen Kinderspielplätze fielen somit, schon allein aus finanziellen Gründen, als Auftraggeber für die Einrichtung neuer Spielplätze weitgehend aus. Darüber hinaus war die Freizeit der Kinder auf Grund der Vereinnahmung durch die Massenorganisationen der Nationalsozialisten und ihrer gesellschaftlichen Verpflichtungen stark eingeschränkt. Um sich und ihre Kinder der Vereinnahmung des Staates zumindest teilweise zu entziehen, zogen sich viele Deutsche in ihren Privatgarten zurück. Hier hatte das Kinderspiel als Planungsaufgabe für die „Gartengestalter“ einen gewissen Rückzugsraum, doch auch die kleine „Freiheit in Grenzen“ blieb nicht völlig frei von der Beeinflussung und Vereinnahmung durch die Machthaber.


Tiere und die Erziehung zur „Bodenständigkeit“

In der NS-Zeit wurde auf die Präsentation von Tieren in den öffentlichen Gärten allgemein sehr viel Wert gelegt. Besondere Bedeutung hatten die Zurschaustellung und der Kontakt mit Tieren jedoch im Zusammenhang mit Kindern. Tierhaltung für Kinder wurde für den Schulgarten, den Privatgarten und für öffentliche Anlagen propagiert. Im Leipziger Zoo wurden in den 1930er Jahren in kurzer Folge zwei „Tierkindergärten“ angelegt, die sich in erster Linie an ein junges Publikum wandten. An diesen beiden Anlagen lässt sich sehr gut der Bedeutungswandel, den die öffentliche Präsentation von Tieren für Kinder in der Zeit des Nationalsozialismus durchmachte, nachvollziehen. Die 1932 geschaffene Anlage, die kurz darauf bereits wieder einer Gehegeerweiterung weichen musste, setzte auf eine Mischung aus exotischen und einheimischen Tieren. Bereits am Eingang des „Lustigen-Tierkinder-Gartens“ begrüßten bildlich-plastische Darstellungen von Giraffen, Elefanten und Eulen den Besucher. Diese friedliche Gemeinschaft von „deutschen“ Wildtieren und außereuropäischen „Ausländern“ wurde unter den Nationalsozialisten weitgehend ausgelöscht. Schon nach zwei Jahren wurde wegen des großen Erfolges und den damit verknüpften Kapazitätsproblemen die Anlage neu gestaltet und gleichzeitig das Konzept völlig überarbeitet. Der neue, 1934 projektierte und im Juni 1935 eröffnete Tierkindergarten war sehr stark an die Bildungsanforderungen der Nationalsozialisten angepasst. Die Anlage, die nun auch als „Märchen-Tierkinder-Garten“ bezeichnet wurde, hatte Zoodirektor Karl Max SCHNEIDER in Zusammenarbeit mit Stadtbaurat BÜHRING konzipiert. Gezeigt wurden, entsprechend den nationalsozialistischen Forderungen, fast ausschließlich einheimische Haustierrassen und Wildtiere. Der Zoodirektor wollte damit ein nationalsozialistisches Vorzeigeobjekt schaffen, um dem Zoo die offizielle Unterstützung zu sichern. SCHNEIDER hätte aus politischen Gründen „am liebsten verschwiegen“, dass u.a auch einige junge Löwen, Affen und Papageien in der Anlage lebten (vgl. HAIKAL, 1999) Über Märchen und andere volkstümliche Stoffe wurde von den Nationalsozialisten zielgerichtet versucht, die Kinder unbemerkt zu beeinflussen. So weist ENDLER (2006) nach, wie mit Hilfe der Märchenfilmproduktion für den nationalsozialistischen Unterricht die Ideologie der Diktatur in den Köpfen der Kinder verankert werden sollte. Die Märchen dienten dabei dem Transport „nationalen Gedankenguts“ und fungierten als „Schaubilder völkischer Tugenden“ (vgl. ENDLER, 2006). So ist es nicht verwunderlich, dass in der Zeit der NS-Diktatur Märchenmotive auch in den Freianlagen für Kinder eingesetzt wurden. So zeigte eine Bilderwand des Leipziger „Märchen-Tierkinder-Gartens“ bäuerliche Märchenmotive, die das Gemüt ansprechen und in Verbindung mit den gezeigten Haustieren die Kinder zur „Bodenständigkeit“ erziehen sollten.

Neue Kinderspielplätze durch Privatinitiativen

Die Realisierung von kommunalen Spielflächen hing nunmehr vom individuellen Interesse der Gartenämter bzw. von der Initiative privater Stifter ab. So wurden in der Stadt Erfurt während des Nationalsozialismus zwei größere, öffentliche städtische Kinderspielplätze angelegt, davon ging jedoch der Eine nahezu vollständig und der Andere zum Teil auf privates Engagement zurück. Diese sehr wenigen Neuanlagen von öffentlichen Kinderspielplätzen zeigten ein differenziertes Bild: einerseits handelte es sich um „normale“ Gerätespielplätze, andererseits hielten nationalsozialistische Bildungsinhalte Einzug.

Eingangsportal des privat finanzierten Kinderspielplatzes der Wilhelm-Siegfried-Stiftung in Erfurt, ca. 1941 mit Märchenmotiven (Quelle: STADTARCHIV ERFURT, Sig. VI, D2, 28)

Gänzlich privat initiiert wurde der 1936 angelegte Kinderspielplatz der „Wilhelm-SIEGFRIED-Stiftung“ in Erfurt. Die vermögende Fabrikantenwitwe Lilie SIEGFRIED stiftete der Stadt insgesamt rund 30.000 Reichsmark [nach heutigen Maßstäben ca. 100.000 Euro] für den Bau des Spielplatzes sowie für die laufende Unterhaltung zusätzlich jährlich 600 Reichsmark [ca. 2.000 Euro]. Innerhalb eines halben Jahres entstand bis zur Eröffnung im Mai 1936 ein für die Zeit ungewöhnlich reichhaltig und vollständig ausgestatteter Kinderspielplatz, der relativ unabhängig von finanziellen Zwängen gestaltet werden konnte. Zu Ausstattung gehörten: 1 Abhaltewinkel für kleine Kinder, 1 Pinkelwinkel für kleine Knaben, 1 Abort für Mädchen, 1 Gemeinschaftsabort für Kinder bis 3 Jahre, 1 Unterkunftshalle, 2 Sandkästen, 2 Schaukelpferde für je 4 Kinder, 1 Schaukel für 16 Kinder, 1 Karussell für 16 Kinder, 2 Wippen für je 6 und 4 Kinder, 1 Rutschbahn (7 m lang, 250 cm hoch), 1 Rutschbaum (10 m lang), 60 Bänke, 24 Papierkörbe, Tonschalen und Vogelbrunnen aus Terrakotta. Der Spielplatz wurde von einer Bruchsteinmauer begrenzt. Ein hölzernes Tor mit geschnitzten figürlichen Applikationen mit belehrenden Motiven aus dem „Struwwelpeter“ sowie Kinderdarstellungen in der stilistischen Art von Wilhelm BUSCH bildete das Eingangsportal. Mit Hilfe von weiteren Zuwendungen der Witwe wurde der Spielplatz im Laufe des Jahres 1936 noch weiter ergänzt. Hinzu kamen ein von einem Künstler entworfener Märchenbrunnen „Froschkönig“ mit einer, auf einem Becken aus Muschelkalk sitzenden, Bronzeskulptur und eine Plastik „Aschenbrödel“ als bildkünstlerische Ausstattung. 43 Blumenkästen und einige Sandspielkästen wurden aufgestellt. Eine zusätzliche Rutschbahn wurde aufgrund der Beliebtheit des Gerätes ebenfalls angeschafft. Die Stadt stellte einen Spielplatzwärter, der während der Öffnungszeiten des Platzes die Aufsicht führte. Im Winter, nachts und über Mittag war der Platz geschlossen.

Hochbetrieb auf dem Kinderspielplatz der Wilhelm-Siegfried-Stiftung in Erfurt, ca. 1941 (Quelle: STADTARCHIV ERFURT, Sig. VI, D2, 34)

Eine sehr wichtige Rolle spielte bei der Anlage des Spielplatzes „die deutsche Mutter.“ Bereits von den Verfassern der Genehmigungsvorlage für den Regierungspräsidenten wurde stark auf die Bedeutung der Anlage für die Mütter abgehoben: „Sie [die Schenkung zur Einrichtung eines Kinderspielplatzes im städtischen Brühler Garten] verfolgt hauptsächlich den Zweck, Müttern und Kindern der minderbemittelten Kreise der Erfurter Bevölkerung Gelegenheit zur ungestörten Erholung in frischer Luft, abseits des Straßenverkehrs zu bieten.“ Demzufolge wurden dem eigentlichen Spielplatz ein Sondergarten, d.h. ein Zier- und Erholungsgarten mit einem Mahnmal „Mutter und Kind“ sowie ein Rückzugsgarten „für Mütter mit kleinen Kindern“ zur Seite gestellt. In den Berichten der Lokalpresse zur Eröffnung des Spielplatzes im Mai 1936 wird nahezu gleichwertig über die Spielgeräte für Kinder und den mütterorientierten Sondergarten berichtet. Dies war stark ideologisch gefärbt, denn die Nationalsozialisten versuchten, die Rolle der Frau auf die Mutter zu reduzieren.


Mahnmal „Mutter und Kind“ im Schmuckbereich des Kinderspielplatzes der Wilhelm-Siegfried-Stiftung in Erfurt, ca. 1941 (Quelle: STADTARCHIV ERFURT, Sig. VI, D2, 23)

Ein zusätzlicher, großer Kinderspielplatz war in den Jahren 1938/39 für Erfurt geplant. Hier tritt, noch deutlicher als bei der zuvor beschriebenen Anlage, nationalsozialistische Ideologie zu Tage. Der „Haupteffekt“ dieser – jedoch nie realisierten Spielanlage – war, dass es „auch eine unterirdische Welt […] hier draußen geben [wird], einen 25 Meter unter der Erde entlangführenden Gang nämlich, der bei Kriegsspielen und Verfolgungen ein prachtvolles Versteck und ein besonders romantisches Kampfgelände darstellt“ (Thüringer Allgemeine Zeitung, Erfurt, vom 13. April 1938).


Die neuen Bauaufgaben im Freiraum für Kinder

Die wenigen aufwändigen Spielplätze wie im Erfurter Brühler Garten waren jedoch eine absolute Ausnahme, die nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass in der Zeit des Nationalsozialismus kaum neue Spielanlagen entstanden. Trotzdem bzw. gerade deswegen wurden zahlreiche Bauaufgaben für Kinder bearbeitet, die jedoch nicht das freie kindliche Spiel in den Vordergrund rückten. Alle diese Bauvorhaben waren eng mit Parteiorganisationen der NSDAP bzw. der nationalsozialistisch gleichgeschalteten Schule verbunden. Hierzu gehörten für die Kleinkinder die NSV-Kindergärten (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt), für die Schulkinder die ideologisch ausgerichteten Schulgärten und für die Stadtkinder in der Kriegszeit die KLV-Lager (Kinderlandverschickung). Die weitaus größte erzieherische Bedeutung wurde der Hitlerjugend (HJ) und ihren, für die 10 bis 14-jährigen Kinder zuständigen, Unterorganisationen Deutsches Jungvolk (DJ) bzw. Jungmädelbund (JM) beigemessen. Alle Altersgruppen sollten, zumindest in der Anfangszeit der Diktatur, in den Thingstätten zur „Volksgemeinschaft“ erzogen werden. Viele dieser Bauaufgaben wurden auf Kosten der betroffenen Kommunen umgesetzt. Für die Nationalsozialisten war die Kindheit mit dem Eintritt in die HJ im Alter von 10 Jahren beendet. Jüngere Kinder waren laut Auffassung des „Reichsjugendführers“ VON SCHIRACH lediglich „nichtuniformierte Wesen, niedriger Altersstufen“. Trotzdem wurden bereits in den nationalsozialistischen Kindergärten die Freiflächen für Aufmärsche, Appelle, Kriegsspiele, Feste, angeleitete Spiele sowie für sportliche und gymnastische Übungen genutzt. Die Landschaft wurde durch zahlreiche Ausflüge und Wanderungen erschlossen. Dem selbstständigen Spiel der Kindergartenkinder im Freien wurde keine eigenständige Bedeutung zugebilligt. Es wurde lediglich auf Grund seiner abhärtenden und den Körper stärkenden Funktionen geduldet. Die Schulgärten sollten die Kinder durch gemeinschaftliche Arbeit körperlich stärken, zu „Kameradschaft“, Unter- und Einordnung sowie „Bodenständigkeit“ erziehen. Erbbiologische Versuche im Schulgarten untermauerten die Rassenideologie. Durch Kenntnisse in Gartenbau und Tierhaltung sollte der künftige (Ost)Siedler befähigt werden, selbst sein Land zu bestellen.

Ohne Worte (aus: Gube & Richter, 1982, 56)

Am wichtigsten war die vormilitärische Ausbildung in den HJ-Heimen. Michael BUDDRUS spricht allein von den „Bauaktivitäten der HJ“, ohne Thingplätze o.ä. zu berücksichtigen, „als effektivste Form der Ausbeutung der Kommunen“ (vgl. BUDDRUS, 2003, XI und 992ff.). Er geht sogar soweit zu sagen, dass der kriegsbedingte Stopp bzw. die Verlangsamung vieler HJ-Bauvorhaben für zahlreiche Kommunen „die Rettung vor dem sicheren Bankrott“ bedeutete (BUDDRUS, 2003, 1000). 1938 plante die Reichsjugendführung den Bau von allein 3.600 neuen Schwimmbädern im Zusammenhang von HJ-Heimen, natürlich ebenfalls auf Kosten der Gemeinden, um „nur den dringendsten Bedarf zu decken“ (vgl. BUDDRUS, 2003, 999). Oberste Priorität hatte die Einfügung der HJ- Heime in die, für Ausmärsche und manöverähnliche Übungen dienende Landschaft. Der an ein HJ-Heim angrenzende Freiraum war idealtypisch als sogenanntes „Jugendgelände“ mit Appellplatz, Sportplatz, Gymnastik- oder Tanzwiese, Wehrsportbahn, Schießstand und Heimgarten zu gestalten. Veranstaltungen in Thing- und Feierstätten sollten alle Altersgruppen der Bevölkerung zur „Volksgemeinschaft“ vereinen. Die angeblich ausschließlich zur Gesundung bzw. zum Schutz der Kinder „durchgeführte“ Kinderlandverschickung (KLV) diente ebenfalls der sogenannten „Verwurzelung mit der Landschaft“. In den KLV-Lagern wurden die Kinder militärisch und ideologisch geschult, die Spielbedürfnisse der Kinder spielten dort ebenfalls keine Rolle.

Erst das Ende des Regimes 1945 ermöglichte einen grundsätzlichen Neuanfang. Die Kontinuität der öffentlichen Freiraumgestaltung für Kinder war in der Zeit des Nationalsozialismus weitgehend unterbrochen, viele Städte und damit städtischer Freiraum waren zerstört. Die „unbelasteten“ Kinder waren Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft. Nun konnte auch wieder an Planungsansätze der Weimarer Zeit angeknüpft werden. Eine der ersten Bauaufgaben der neuen Zeit war, in erstaunlicher Parallelität zur der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die Schaffung von öffentlichen Kinderspielplätzen. Die Gestaltungsaufgabe „Öffentlicher Kinderspielplatz“ rückte, nun allerdings unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, in das Zentrum des Neubeginns auf dem Gebiet der Gartenarchitektur im Westteil und im Ostteil Deutschlands.

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VÖHRINGER, Christian (1999): Pieter Bruegel 1525 / 1530 –1569. Köln. (Könemann)

Der Autor

Daniel Rimbach hat Landschaftsarchitektur an der Fachhochschule in Erfurt studiert und führt seit 1998 ein Planungsbüro mit den Schwerpunkten Gartendenkmalpflege sowie Objekt- und Landschaftsplanung. Er arbeitet kontinuierlich an universitären Forschungsprojekten mit und hat seit 2001 Lehraufträge an der Fachhochschule Erfurt. 2008 promovierte er an der Fakultät für Architektur und Landschaft der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Quellen

FreeLounge Fachmagazin für kommunale Frei-Räume 3/2009
FreeLounge Fachmagazin für kommunale Frei-Räume 4/2009
FreeLounge Fachmagazin für kommunale Frei-Räume 1/2010
FreeLounge Fachmagazin für kommunale Frei-Räume 2/2010


Abbildungen

Sofern bei den Bildern nicht anders angegeben, stammen die Fotos vom Autor.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17. Dezember 2010

 

 

 

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